Politik

«Übertragung passiert sehr schnell – sogar, wenn Schutzmassnahmen eingehalten werden»

«Übertragung passiert sehr schnell – sogar, wenn Schutzmassnahmen eingehalten werden»

An der Pressekonferenz referieren:

  • Nora Kronig, Vizedirektorin, Leiterin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit BAG
  • Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG
  • Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen
  • Kantonsärzte Christoph Berger, Präsident, Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF
  • Philippe Girard, Stv. Direktor Swissmedic und Leiter Bereich Bewilligungen

Patrick Mathys sagt, die Situation habe sich nicht in die gewünschte Richtung entwickelt. Die Fallzahlen stagnierten auf einem sehr hohen Niveau und der R-Wert sei immer noch über 1.

«Ich kann keinen Optimismus verbreiten.» Das Gesundheitswesen sei nach wie vor stark belastet. Noch immer seien drei Viertel der Intensivpflegeplätze belegt, 41 Prozent von Covid-Patienten.

Auch der Reproduktionswert ist laut Mathys zu hoch. Er liegt bei 1 – das heisst, dass eine infizierte Person im Schnitt eine weitere ansteckt. Es sei deshalb nicht mit einer Abnahme der Fallzahlen in den nächsten Tagen zu rechnen. Auch die hohe Positivitätsrate lasse keinen positiven Schluss zu.

Bei den Hospitalisationen sei ein leicht sinkender Trend zu erkennen. Dasselbe gelte für die Todesfälle.

Es sei nicht zu verhindern, dass sich die neuen Varianten des Corona-Virus zu verhindern. Man könne dies nur bremsen. 

Die grösste Sorge bereite ihnen, dass die neuen Varianten in den letzten Wochen zugenommen hätten. Die unglaublich steile Kurve in Irland und Grossbritannien zeige eine Verdopplung der Varianten. Dasselbe könne auch in der Schweiz eintreffen. 

Die Schweiz sei eines der führenden Länder, was die Identifizierung dieser neuen Variante angehe. 

Mathys findet klare Worte: «Wir sind immer noch nicht da, wo wir hin wollten. Wir sind an einem Niveau, das das Gesundheitssystem an die Grenzen bringt. Ohne zusätzliche Massnahmen werden die Zahlen weiter ansteigen.» Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, dass die Zahlen abnehmen.

Philippe Girard spricht jetzt über die Swissmedic-Zulassung des Moderna-Impfstoffs. Die Wirksamkeit betrage 94 Prozent. Die Symptome seien ähnlich wie bei der Grippeimpfung.  Bei der Verabreichung der zweiten Dose könnten die Symptome etwas stärker auftreten.

Girard: «Wir sind überzeugt, dass dieser Impfstoff uns im Kampf gegen die Pandemie helfen wird.»

Nora Kronig sagt, sie sei erfreut über die Zulassung. Das Volumen steige nun. Bisher habe man 234’000 von Biontech/Pfizer erhalten. Morgen würden 200’000 Moderna-Impfdosen in der Schweiz eintreffen. Nächste Woche treffe die dritte Ladung mit 126’750 Dosen von Biontech/Pfizer ein. Am 18. Januar seien somit insgesamt  560’750 Impfdosen physisch in der Schweiz.

Damit könnten bereits vier Prozent der Erwachsenen in der Schweiz geimpft werden. Im Februar würden zusätzlich 1 Million Dosen geliefert. 

Man warte nun gespannt auf die Zahlen der Kantone über die laufenden Verimpfungen. Es sei beabsichtigt, einmal wöchentlich über den Stand zu informieren.

Christoph Berger sagt, das BAG habe eine zweite Impfempfehlung zu Moderna herausgegeben. Diese enthielten detaillierte Informationen für Schwangere und Allergiker.

Linda Nartey sagt, die Fallzahlen zeigten nur eine leichte zurückgehende Tendenz. Der Druck auf das Gesundheitswesen sei nach wie vor gross. Es gelte weiterhin die Hygienemassnahmen einzuhalten. Ausserdem sei es wichtig, zu testen, zu tracen und die betroffenen Personen konsequent in Isolation und Quarantäne zu senden.

Die neuen Varianten seien in den Kantonen unterschiedlich angekommen. «Wir können bestätigen, dass die Übertragung passiert sehr schnell – sogar, wenn die Schutzmassnahmen eingehalten werden. Das ist sehr beunruhigend.»

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