Überstanden. Als der 17-jährige Tim* Anfang November nach knapp zwei Wochen Isolation wieder zur Arbeit darf, ist er erleichtert. Zwar hat das Coronavirus nicht nur ihn, sondern auch seinen Vater und den älteren Bruder erwischt. Glücklicherweise aber niemanden schwer. Zumindest, denkt er sich, habe ich Corona nun hinter mir.
Zum Jahreswechsel aber holt ihn das Virus wieder ein. Tim will am 1. Januar zu seiner Mutter nach Spanien fliegen, die dort ein Haus besitzt. Für die Einreise braucht er, so sehen es die Bestimmungen des Landes vor, einen negativen PCR-Test, nicht älter als 72 Stunden. Zwei Tage vor Abflug macht der junge Mann also einen Corona-Test – und erschrickt gewaltig, als er das Resultat sieht: wieder positiv.
«Bei der BAG-Hotline sagten sie uns, das sei nicht aussergewöhnlich. Die Viren blieben oft noch über Monate im Körper», erzählt Tims Vater. Auch der kantonsärztliche Dienst meldete sich – und wollte Tim wieder in Isolation schicken. «Nur mit Mühe und Not konnten wir das abwenden.» Die Spanien-Reise aber fiel ins Wasser. Ohne negativen Test hat Tim keine Möglichkeit, seine Mutter zu besuchen.
Häufiges Phänomen
Tatsächlich handelt es sich dabei bei weitem nicht um einen Einzelfall. Dass Genesene erneut positiv getestet werden, komme häufig vor, bestätigt Rudolf Hauri, der oberste Kantonsarzt der Schweiz. «PCR-Tests können über mehrere Wochen positiv ausfallen, weil noch Virusteile vorhanden sind, die aber keine gesundheitliche Bedeutung haben.» Dies bestätigt auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Wie viele Personen in der Schweiz bereits mehrfach positiv getestet wurden, sei statistisch nicht erfasst.

