Die Kirche Eulachtal feiert bald ihr einjähriges Bestehen. Verena Wüthrich, wie haben Sie als Kirchenpflegepräsidentin den Start der neuen Kirchgemeinde erlebt?
Verena Wüthrich: Das erste Jahr ging unheimlich schnell vorbei. Es war geprägt von vielen Herausforderungen und vielen interessanten und inspirierenden Begegnungen. Wir mussten uns alle in einer neuen Rolle zurechtfinden, schliesslich sind wir eine grosse Kirchgemeinde mit 24 Mitarbeitenden und 4 Pfarrpersonen. Doch noch beim Eröffnungsgottesdienst im Februar hätten wir nicht erwartet, dass in diesem Jahr vor allem Corona das bestimmende Thema sein wird.
Rund ein Monat später waren Gottesdienste vorübergehend verboten und Sitzungen nicht mehr möglich. Wie hat die Kirche Eulachtal den ersten Lockdown gemeistert?
Es war von Vorteil, dass wir uns in der Kirchenpflege schon kannten. Vier der Mitglieder arbeiteten bereits in der Steuerungsgruppe zur Fusion mit, die anderen drei als Kirchenpflegemitglieder in der vorherigen Behörde. Natürlich war es eine Umstellung, unsere Sitzungen auf einmal nur noch virtuell durchzuführen. Trotzdem war es uns möglich, auch in dieser Zeit weiterzuarbeiten.
Doch für mich geht es nicht nur um die Arbeit von uns als Kirchenpflege. Alle unsere Mitarbeitenden und Pfarrpersonen haben in dieser Zeit ihr Bestes gegeben und viel gearbeitet. Sie haben beispielsweise Angebote wie tägliche Predigten oder Videos für Kinder auf unserer Website veröffentlicht. Es war vor allem schön zu sehen, dass diese wirklich genutzt und geschätzt wurden. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten.
Eigentlich hätten die Kirchen schon an Pfingsten wieder öffnen dürfen. Ihre Kirchgemeinde entschied jedoch, aus Sicherheitsgründen erst im Juni wieder Gottesdienste zu feiern. Nun führen Sie trotz hoher Fallzahlen Gottesdienste durch. Ist das nicht ein Widerspruch?
Im Sommer wollten wir nichts überstürzen und unsere Gläubigen in Gefahr bringen. Nun sind die Massnahmen viel strenger als im Sommer, mit Singverbot, Maskenpflicht und Personenbegrenzung. Deshalb feiern wir weiterhin Gottesdienste und halten uns an alle Regeln.
Unser Motto ist: Lieber mit weniger Leuten im sicheren Rahmen einen Gottesdienst feiern als gar nicht. Das haben wir auch an Weihnachten so gemacht, indem wir mehr Gottesdienste als üblich durchgeführt haben. Es war schön, dass dieses Angebot genutzt wurde.

