Wie ein Stern leuchtet die zersprungene Glaswand – ein ästhetischer Anblick. Doch zuvor: plötzlich in der Stille des Abends – es war etwa um 22 Uhr – ein Zischen, ein Zirren, also ein Geräusch wie eine explodierende Mineralwasserflasche oder eine fauchende Katze. Wir sind erschrocken, rannten aus dem Zimmer, suchten … dann sahen wir die Bescherung in der Dusche.
Lauter Glassplitter überall verteilt, ein Teil des Glases hing noch am Rahmen, etwa so wie ein angeknockter Boxer in den Seilen. Optisch könnte die Fläche einem Künstler eingefallen sein – vielleicht sollten wir das Ganze auf eine Kunstauktion bringen.
Was die Glastür derart unter Spannung gesetzt hat, dass sie zerplatzte, wissen wir nicht. Vielleicht waren es die Nachwehen dieses seltsamen Jahres, das sich jetzt verabschiedet, die Spannungen, die sich von uns Menschen auf die Materie übertragen haben. Sei's drum. Scherben bringen Glück und wir hoffen, das neue Jahr habe so viel Anstand, dass es das alte vergessen mache.
Möge Ihnen das neue Jahr viel Geduld und Freude bringen. Ich freue mich darauf, Sie alle vierzehn Tage wieder mit Gedanken zu einem Bild zu erfreuen, zu unterhalten oder vielleicht gar anzuregen. Das Motto für das zu Ende gehende Jahr? «Sag zum Abschied leise Servus.» (Guy A. Lang)

