Nur noch wenige Tage sind es bis Weihnachten. Die letzten Dekorationen werden gebastelt. Und was bietet sich da neben Tannenzweigen besser an als all die immergrünen Pflanzen, die im Wald zu finden sind. Zur Auswahl gehört etwa die hier heimische Stechpalme. Sie hat in Europa eine längere Dekorationstradition als der Tannenbaum. Bereits im Mittelalter wurden die immergrünen Zweige mit ihren leuchtenden roten Früchten an der Haustüre angebracht – als Sinnbild für ewiges Leben.
Erwärmung begünstigt Stechpalmen
Die Stechpalme kann bis zu 300 Jahre alt werden. «Solche alten Holzmonumente sind aber leider sehr selten anzutreffen», weiss Urs Kamm. Er ist als Forstingenieur in der Abteilung Wald im Kanton Zürich unter anderem zuständig für Waldschutz und Walderkrankungen. Und er kennt sich bestens im Oberland aus, hat er doch schon zahlreiche Waldzusammenlegungen begleitet wie etwa in Wildberg, Turbenthal oder Russikon. Aktuell betreut er die Zusammenlegung Torfriet Pfäffikon oder die Gründung der Unterhaltsgenossenschaft Bauma.
In den früher kalten Wintern, in welchen die Temperaturen mehrere Tage unter minus 15 bis minus 18 Grad fielen, verfroren die meisten Stechpalmen. «Die immergrünen Pflanzen ertragen die Kälte nicht so gut wie Bäume, die ihre Blätter zum Schutz vor Frost im Herbst abwerfen», erklärt Kamm. «Die Stechpalme ist in einzelnen Kantonen teilweise oder sogar vollständig geschützt, wie zum Beispiel im Nachbarkanton Aargau .» Im Kanton Zürich ist dies allerdings nicht der Fall. «Die exotisch wirkende, aber einheimische Stechpalme ist von der deutschen Silvius-Wodarz-Stiftung im kommenden Jahr zum Baum des Jahres erkoren worden, um der breiten Bevölkerung die für die Biodiversität wichtige Baumart näher zu bringen.»

