Es sollte der Tag der Erlösung werden für Sandra Müller*: Die lang ersehnte Rückenoperation am 4. November. Die Russikerin leidet an doppelter Skoliose, durch welche ihre Wirbelsäule komplett verschoben ist . Das führte wiederum dazu, dass zwei Wirbel einen Nerv einklemmen. Im Rahmen der Operation sollte der 70-Jährigen eine Eisenstange in den Rücken eingesetzt werden, an der die Wirbelsäule befestigt und so begradigt wird. «Ein sehr komplexer Eingriff, der gut sieben Stunden dauern kann. Danach folgt ein zweitäiger Aufenthalt auf der Intensivstation» , so Sandra Müller.
«Die Fallzahlen steigen, schwere operative Eingriffe werden verschoben – aber Skifahren bleibt erlaubt?»
Sandra Müller, Russikon
Am Abend vor der Operation rief sie im Spital Zollikerberg an und liess sich den Termin bestätigen. «Am Tag des Eingriffs wurde sie von einer Nachbarin hingefahren, eine Krankenschwester habe sie daraufhin abgeholt. «Ich wollte mir in der Umkleide schon das OP-Gewand anziehen, als sie mich bat, noch einen Moment zu warten.» Kurze Zeit später kam ein Arzt und überbrachte ihr die schockierende Nachricht: «Er sagte mir, dass ich doch nicht operiert werden kann. Das Spital musste Corona-Patienten von anderswo aufnehmen und hatte deshalb keinen Platz mehr auf der Intensivstation für mich.»
Enttäuscht ging Sandra Müller dann wieder nach Hause. Die Operation wurde vorerst in den Januar verschoben. «Ob sie dann tatsächlich stattfindet, steht noch in den Sternen», wie sie sagt.
Ein Affront

