Das Krematorium Rüti läuft am Anschlag
Drei Krematorien gibt es im Kanton Zürich. Alle sind derzeit deutlich stärker ausgelastet als in normalen Jahren. Der Grund: Die Übersterblichkeit aufgrund der Corona-Pandemie. Im Krematorium Rüti ist der Anstieg besonders stark, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. «Im Vergleich zum Vorjahr führen wir derzeit 25 Prozent mehr Einäscherungen durch», wird Peter Luginbühl, Präsident der Stiftung Krematorium Rüti, zitiert. Jeder vierte Kremierte ist an Covid-19 gestorben.
Insgesamt verzeichnet man in Rüti in diesem Jahr 2600 Kremationen – 10 Prozent mehr als in den Jahren davor. «Momentan schaffen wir es dank dem enormen Effort unserer Mitarbeitenden, alle Einäscherungen durchzuführen», sagt Luginbühl. «Aber wenn die Übersterblichkeit weiter anhält, müssen wir mehr Leute anstellen.»
Gesondert gekennzeichnet
Ähnlich ist die Situation gemäss «Tages-Anzeiger» auch in den anderen Krematorien im Kanton. Im Krematorium Friedhof Nordheim in Zürich, dem grössten der Schweiz, würden zurzeit zwischen 30 und 45 Einäscherungen pro Tag durchgeführt. «Im vergangenen Jahr hatten wir durchschnittlich 28 Kremationen pro Tag», sagt Rolf Steinmann, Leiter des städtischen Bestattungs- und Friedhofamtes.
Jede vierte bis fünfte Person, die in den letzten zwei Wochen in Zürich kremiert wurde, ist an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. «In diesen Fällen werden die Verstorbenen gesondert bezeichnet, damit die Mitarbeitenden besonders vorsichtig vorgehen können», sagt Steinmann.
Drei-Schicht-Betrieb denkbar
318 Feuerbestattungen haben die Mitarbeitenden des Krematoriums Rosenberg im November durchgeführt. Das sind gut 18 Prozent mehr als im Schnitt der Vormonate. Von den Eingeäscherten des letzten Monats sind 57 Personen an Corona gestorben.
In Winterthur arbeite man derzeit ebenfalls noch knapp an der Kapazitätsgrenze, sagt Fritschi. Sollte die Zahl der Toten allerdings noch stärker zunehmen, schliesst der Stadtrat auch einen 24-Stunden- und Drei-Schicht-Betrieb nicht aus. (aku)

