Mit atemloser Spannung haben wir uns im November die sechsteilige Serie « Frieden » des Schweizer Fernsehens angeschaut. Die Serie spielt im Frühjahr 1945 also unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und es geht um eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Konzentrationslager Buchenwald, die für ein paar Monate in der Schweiz aufgenommen werden.
Das Drehbuch für die Serie hat Petra Volpe geschrieben, die uns schon mit dem Film « Die göttliche Ordnung » über die Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz begeistert hat. Die Story ist zwar erfunden, aber der Hintergrund ist real und zeichnet kein schönes Bild der Nachkriegs-Schweiz.
« Deshalb nannte man sie in der Schweiz die Buchenwald-Kinder. »
Zwei Geschichten sind ineinander verwoben: Die Geschichte der Textilunternehmerfamilie Tobler und der Aufenthalt der Jugendlichen aus dem KZ. Für beide Geschichten gibt es reichlich Quellen: Dazu gehört vor allem die Vorgeschichte der Ems-Chemie. Sie wurde im Krieg als Holzverzuckerungs AG (Hovag) gegründet und fand nach dem Krieg im Bereich der Kunstfasern ein neues Wirkungsfeld.
Das Wissen kam – genau wie im Film – von einem deutschen Ingenieur: Johan Giesen, der während des Zweiten Weltkrieges in einem Industriebetrieb in Auschwitz unmittelbar neben dem Vernichtungslager eine Produktion aufbaut. Natürlich hat er vom industriell organisierten Morden in der Nachbarschaft nichts gemerkt, sagte er nach dem Krieg aus.

