Eine Stunde, ein Votum, sieben Traktanden, 39 Stimmberechtigte: Die Bäretswiler Gemeindeversammlung vom Mittwoch war eine schlanke Angelegenheit. Begrüsst wurden die Bäretswiler von ihrem Gemeindepräsident Teodoro Megliola (parteilos) mit: «Herzlich willkommen zu unserer Budget-Gemeindeversammlung».
Megliola nahm die Erläuterung dieses ersten Traktandums gleich selbst an die Hand. Fast eine halbe Million Verlust sieht das Budget für das kommende Jahr vor. In diversen Grafiken erklärte Megliola, dass es eigentlich nicht schlecht ausgesehen hatte. Bis Corona kam, weswegen man jetzt mit diversen Einbussen rechnen müsse.
«Es gibt Indizien, dass wir uns nächstes Jahr wahrscheinlich mit dem Steuersatz befassen müssen.»
Teodoro Megliola (parteilos), Gemeindepräsident
Dazu kommen hohe Investitionskosten von 7,3 Millionen Franken, unter anderem wegen dem Ersatz des Pavillons der Schulanlage Maiwinkel. Trotzdem beantrage der Gemeinderat, den Steuersatz bei den aktuellen 120 Prozent zu belassen, sagte Megliola, bloss um sich nach einem Raunen durch die 39 Bäretswiler zu korrigieren, «natürlich 102 Prozent, vielleicht war das ein Freudscher Versprecher».
Belassen wolle man den Steuersatz, weil vieles corona-bedingt noch unsicher sei, «nächsten Sommer wissen wir mehr», bis dahin wolle man nichts überstürzen – oder wie es RPK-Präsident Peter Herger (FDP) ausdrückte, «einen Jojo-Effekt vermeiden». «Es gibt aber Indizien dafür, dass wir uns nächstes Jahr wahrscheinlich mit dem Steuersatz befassen müssen», so Megliola. Die Stimmberechtigten nahmen das Budget einstimmig an.

