Ein Jahr sind die nationalen Wahlen nun her. Corona ist seit knapp der Hälfte der laufenden Legislatur Thema Nummer eins. Lösungen in anderen Bereichen rücken in den Hintergrund, weil sie scheinbar aus dem Bewusstsein der Bevölkerung und den Medien verschwunden sind. Aber ist das wirklich so?
Eigentlich nicht, denn Herr und Frau Schweizer beschäftigt relativ konstant ein Thema, nämlich die Altersvorsorge. Selbst 2019, trotz Klimawahl, war dies die grösste Sorge der Schweizerinnen und Schweizer (jährliche Sorgenbarometer-Umfrage gfs.bern) – wie bereits seit 2017, davor in den Top 5. Politiker interpretieren gerne, doch eigentlich ist die Bedeutung ziemlich simpel: Herr und Frau Schweizer beschäftigt nichts so sehr wie die Altersvorsorge. So simpel die Bedeutung, so schwierig ist die Umsetzung einer geeigneten Lösung: An der Altersvorsorge scheiden sich die Geister.
«Eine Reform ist dringend nötig.»
Woher kommt es, dass ein Thema, das an erster Stelle für unsere Bevölkerung steht, so oft auf die lange Bank geschoben wird? Warum reden wir mehr über neue Abgaben zum Wohle des Klimas als über die Nachhaltigkeit unsere Altersvorsorge? Das weiss kein Mensch. Politikerinnen und Politiker, ja eigentlich alle Parteien, zeigen Mut zur Lücke bei einem Thema, das die nächsten Generationen wie kein anderes beschäftigen wird.
Erst kürzlich startete Bundesrat Alain Berset einen neuen Anlauf für die Reform der beruflichen Vorsorge (BVG): Denn eine Reform ist dringend nötig. Satte 7 Milliarden Franken wurden im vergangenen Jahr von den aktiven Versicherten zu den Rentnern umverteilt, seit 2014 sage und schreibe 41 Milliarden. Es sei angemerkt: Das ist in der zweiten Säule nicht vorgesehen.

