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Pfäffiker Katholiken bald handlungsunfähig

Die Befürchtungen sind wahr geworden. Nach dem Rücktritt von drei Kirchenpflegern der Kirchgemeinde St. Benignus in Pfäffikon konnten keine Nachfolger gefunden werden.

Die katholische Kirchenpflege besteht bald nur noch aus zwei Mitgliedern.

Archivfoto: Annabarbara Gysel

Pfäffiker Katholiken bald handlungsunfähig

Nun ist es offiziell: Ab dem 1. Januar ist die Kirchenpflege der Katholischen Kirchgemeinde St. Benignus, welche die Gemeinden Pfäffikon, Fehraltorf, Russikon und Hittnau umfasst, nicht mehr beschlussfähig. An der Kirchgemeindeversammlung konnten für die drei Vakanzen im fünfköpfigen Vorstand keine Nachfolger gewählt werden, da sich dafür keine Kandidaten aufstellen liessen.

Trotzdem war das Interesse gross – mit 70 Stimmberechtigten plus 10 Gästen fanden sich rund doppelt so viele Personen wie sonst zu der Versammlung ein, die ausnahmsweise in der Katholischen Kirche Pfäffikon und nicht im Pfarreisaal durchgeführt wurde. «Da die Kirchgemeindeversammlung im Mai coronabedingt abgesagt werden musste, standen auch ungewohnt viele Traktanden an», sagt Kirchenpflegepräsident Josef Annen, der sein Amt per Ende Jahr ablegen wird.

Kritische und wohlwollende Stimmen

So wurden zuerst die Rechnung 2019, das Budget 2021, sowie der Kredit für die Renovation der Kapelle besprochen. Diese wurden allesamt genehmigt, einzig bei der Kapellenrenovation gab es einen Änderungsantrag aus dem Plenum für die Streichung des geplanten Teppichs. Somit vermindert sich der Baukredit von 180‘000 Franken um den Betrag von 11‘000 Franken.

Während diese Traktanden zu wenig bis gar keinen Wortmeldungen führten, gab es zur Wiederwahl von Ludwig Widmann als Gemeindeleiter für die Amtsdauer 2021 bis 2024 einige kritische, aber auch wohlgesinnte Voten. Widmann war zuletzt in die Kritik geraten, da Präsident Josef Annen unter anderem den Konflikt mit ihm als Grund angab, warum er von seinem Amt zurücktreten wird. «Bei der anschliessenden Wahl wurde jedoch klar, dass die meisten hinter dem Gemeindeleiter stehen», sagt Annen. Die Anzahl Ja-Stimmen war so deutlich, dass auf eine Auszählung verzichtet wurde.

«Ich habe meine Linie vertreten und bin authentisch geblieben.»

Josef Annen, abtretender Kirchenpflegepräsident

Da die Kirchenpflege ab dem neuen Jahr nur noch aus Urs Lüchinger und Marcel Stoop besteht, wird von der Aufsichtskommission der kantonalen Kirche ein Sachwalter eingesetzt werden. «Die beiden verbleibenden Kirchenpfleger werden ihre Ressorts – Liegenschaften, Personal und Finanzen – vorerst weiterführen können», sagt Annen. Die verwaisten Ressorts, das Präsidium und das Aktuariat, übernimmt vermutlich der Sachwalter.

Josef Annen falle sein Rücktritt zwar nicht leicht – Schuldgefühle, dass die Kirchenpflege nun nicht mehr handlungsfähig ist, habe er jedoch nicht. «Ich habe meine Linie vertreten und bin authentisch geblieben», sagt er. Beide Augen zuzudrücken, wäre zwar hie und da möglich gewesen. «Aber das passt nicht zu einem öffentlichen Amt im kirchlichen Umfeld. Da gibt es juristische und ethische Grenzen. Ich würde es noch einmal gleich machen.»

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