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«Ein gastronomisches Vakuum wäre eine Katastrophe für den Standort»

Nun ist es wirklich soweit: Der Pfäffiker Biergarten bricht seine Zelte ab. Zwar übernehmen die Betreiber im nächsten Jahr die Pacht des Imbisses am See, gerade mal hundert Meter weiter östlich. Ob es 2021 aber überhaupt ein Angebot am Seequai geben wird, ist ungewiss.

Für Andreas Brüllmann geht mit seinem Biergarten eine Ära zu Ende. , Der Garten ist an schönen Tagen immer gut gefüllt. , Ob eine Übergangslösung für die Saison 2021 gefunden werden kann, steht derzeit noch in den Sternen.

Archivfoto: Nicolas Zonvi

«Ein gastronomisches Vakuum wäre eine Katastrophe für den Standort»

Bereits zum zweiten Mal in Folge haben die Verantwortlichen des Biergartens am Pfäffikersee ihre letzte Saison hinter sich. Im Sommer 2019 kam die Nachricht, das Bauprojekt am Seequai werde nun endlich umgesetzt.  Für Andreas Brüllmann, Besitzer der Brauerei Brüllmann in Tagelswangen und Mitinhaber des Biergartens, bedeutete dies das Ende seines Lokals an diesem Ort. «Wir wussten, dass auf dem Grundstück irgendwann Häuser entstehen werden und wir nur übergangsmässig hier sein konnten», sagt Brüllmann.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und der Biergarten konnte doch noch einmal für eine Saison seine Türen öffnen. Doch nun sei wirklich Schluss. «Nächste Woche beginnen wir mit dem Abbau.»

Klein, aber hochkomplex

Grund für die Verzögerung ist laut Architekt Giovanni Cerfeda, dass die Baubewilligung seitens der Gemeinde Pfäffikon erst Ende 2019 und somit später als erhofft erteilt wurde. «Aufgrund der Lage am Pfäffikersee waren zudem viele verschiedene Ämter, unter anderem auch der Kanton, in den Planungsprozess verwickelt», so der Winterthurer Architekt. Er wird die Überbauung mit sieben Wohnungen und einem Restaurant verwirklichen. Auch mit den Nachbarn habe man sich immer wieder ausgetauscht.

Neuer Anlauf für Bauprojekt am Pfäffiker Seequai

08.08.2019

Ende für Biergarten absehbar

Nach einigen Jahren Pause soll es in Pfäffikon in der Planung einer neuen Überbauung am See weite Beitrag in Merkliste speichern Mit der Coronakrise sei die Planung dann noch weiter ausgebremst worden, da viele der involvierten Ämter nur eingeschränkt gearbeitet haben. «Eigentlich ist das Projekt eher ein kleines für unser Büro», sagt Cerfeda. «Doch durch die Lage am See und die Situation mit Corona in diesem Jahr hochkomplex.» Mittlerweile stehe aber ein genaues Datum für den Baustart fest: Am 11. Januar ist es soweit.

Sorge um Kernteam

Für Andreas Brüllmann bedeutete das letzte Jahr ein ständiges Auf und Ab der Gefühle. Auf der einen Seite die Freude, dass es mit dem Biergarten doch noch etwas weitergehen kann, auf der anderen Seite die Sorge, die Angestellten doch früher oder später entlassen zu müssen. «Wir arbeiten zwar mit vielen Studierenden auf Stundenlohn-Basis», sagt er. «Das Kernteam ist aber zu 100 Prozent angestellt.»

Im Winter betreibt die Biergarten-Crew jeweils ein Fondue-Chalet. Als sich im letzten Herbst abzeichnete, dass dieses erneut in Betrieb genommen werden kann, war das Personal-Problem aber auch nur vorübergehend gelöst. «Dabei hatten wir noch Glück», sagt Brüllmann. «Gerade mal zwei Tage, nachdem wir im März die Saison beendet hatten, kam der Lockdown.»

«Normalerweise machen wir im April fast das beste Geschäft des ganzes Jahres. »

Andreas Brüllmann

Dann kam die unerwartete Nachricht, dass der Biergarten in den warmen Monaten ebenfalls erneut geöffnet werden kann – mit Verzögerung. «Normalerweise machen wir im April fast das beste Geschäft des ganzes Jahres. Die Leute strömen nach dem Winter wieder an den See und geniessen die Sonne.» Aufgrund der Corona-Pandemie konnten Brüllmann und sein Team aber erst im Mai wieder starten.

Brüllbier bleibt am Pfäffikersee

05.02.2020

Aus Biergarten wird Imbi

Der Pfäffiker Biergarten zieht um – wenn auch nur rund hundert Meter nach Osten. href=”/flag/flag/np8_favorites/3195553?destination=batch&token=UnpM125dD5NUEBdxA1L1AQhrNCeZrNjrcnxI-q5aZLc” title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-3195553 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Eine Verzögerung, die in der Kasse des Biergartens lediglich zu einer Verschiebung der Einnahmen führte. «Im Sommer hatten wir dann umso mehr Besucher – viele waren nicht in den Ferien, hatten darum auch noch etwas Budget.» Dass sich der Biergarten unter freiem Himmel befindet, sei in der Corona-Pandemie ein weiteres Plus. «Und jetzt im November konnten wir aufgrund des tollen Wetters an so vielen Tagen öffnen wie kaum in einem Jahr zuvor.»

Bistro braucht Zeit

Doch wie es nun für seine Belegschaft weitergehen soll, ist erneut ungewiss. Zwar ist seit Januar bekannt, dass die Biergarten-Betreiber die Pacht des Imbisses am Pfäffikersee, rund 100 Meter weiter östlich, ab nächstem Jahr übernehmen werden. «Doch der Prozess, die dafür nötige Baueingabe einzureichen, hat sich lange hingezogen», sagt Brüllmann.

Der Vertrag mit der Gemeinde hat eine Laufzeit von fünf Jahren mit Option auf Verlängerung. «Aber auch wenn im schlimmsten Fall nach fünf Jahren den Vertrag nicht verlängern könnten und rückbauen müssten – für das Imbissgebäude, das wir planen, gelten in etwa die gleichen Vorgaben wie für ein normales Einfamilienhaus.»

«Der Begriff Biergarten wird aus dem Alltag nicht so schnell verschwinden. »

Andreas Brüllmann

In diesen Tagen wird er die Pläne bei der Gemeinde einreichen, die Bauarbeiten werden im nächsten Jahr durchgeführt. «Aber nur im allerallerallerbesten Fall können wir schon im nächsten Sommer das neue Angebot eröffnen», sagt Brüllmann. Darum sei er mit den Verantwortlichen der Gemeinde im Gespräch, um eine Übergangslösung zu finden. «Einerseits natürlich, um meine Leute weiterhin beschäftigen zu können.» Andererseits will er verhindern, dass es während einer ganzen Saison kein vergleichbares Verpflegungsangebot am Seequai gibt. «Ein solches Vakuum wäre eine Katastrophe für den Standort.»

Ein Detail ist hingegen bereits klar: Der neue Imbiss am Pfäffikersee unter der Führung von Andreas Brüllmann und seinem Team wird nicht mehr den Begriff «Biergarten» im Namen tragen. Dies war eine Auflage der Gemeinde bei der Ausschreibung des Pachtvertrages. Unter anderem, weil das Grundstück an den grossen Kinderspielplatz angrenzt. Als «Brüll’s Seegarten» wird die neue Version starten. Aber Brüllmann ist sich sicher: «Der Begriff Biergarten aus dem Alltag nicht so schnell verschwinden. »

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