Josua 1.9: «Bis zueversichtlich und tröschtet, will Gott mit dir isch, bi alem wo du machsch». Diesen biblischen Trost hat mir «BlessU-2» in der reformierten Stadtkirche von Winterthur erteilt.
Dort steht er und lädt Gläubige und Ungläubige ein, sich segnen zu lassen. Sie wählen Sprache sowie eine Kategorie – Ermutigung, Erneuerung, Begleitung, Traditionell –, berühren den Touchscreen und los geht’s.
Der Roboter spreizt die Finger, hebt die Arme, blinkt mit den Augen, öffnet den Mund und schnarrt seinen Spruch – je nach Wunsch mit weiblicher oder männlicher Stimme. Danach druckt er den Segen aus und man nimmt ihn schwarz auf weiss mit.
Ich bin zweifelsohne zu früh geboren, um das als Digital-Native lässig zu finden. Ich bin nicht sicher, ob mir dieser Menschersatz gefällt. Klar, künstliche Intelligenz – und dazu gehört die segnende Mensch-Maschine – wird eine immer zentralere Rolle in unserem Leben einnehmen, Roboter werden in Gesundheits- und Altenpflege immer wichtiger.
Ob das gut ist, muss jeder Mensch selber entscheiden. Sicher ist: segnende, pflegende oder helfende Roboter werden zu unseren Arbeitskollegen. Ob man mit ihnen allerdings ein Feierabendbier schlürfen kann, bleibt fraglich. (Guy A. Lang)

