Herr Oggier, Österreich geht erneut in einen harten Lockdown, die Schweiz schränkt das öffentliche Leben bei ähnlich hohen Fallzahlen nur leicht ein. Wer hat recht?
Das kann man in einer Pandemie erst im Nachhinein mit Sicherheit sagen. Mit Blick auf das Ziel, eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern, erscheint mir das österreichische Modell aber sinnvoller: Diese Krisensituation erfordert eine rasche und entschiedene Reaktion. Lockern kann man danach immer noch. Eine Überbelegung der Spitäler hingegen lässt sich nachträglich nicht mehr korrigieren. Die Toten bleiben tot.
Auch die Science-Taskforce der Schweiz empfiehlt einen Teillockdown – zumindest offiziell. Wie in der «SonntagsZeitung» zu lesen war, sind längst nicht alle Mitglieder glücklich mit dem Vorschlag.
Ich habe Mühe mit den Alleingängen einzelner Taskforce-Mitglieder. Die ständige Kakofonie stiftet in der Bevölkerung nur Unsicherheit und Verwirrung. Aus meiner Sicht müssten die Taskforce-Mitglieder mit einem Redeverbot belegt werden, sobald der Präsident gesprochen hat. Ganz nach dem Motto: «Klappe halten statt Ego-Trip».
«Klappe halten»? Die Wissenschaft lebt doch vom Diskurs!

