Wenn man kleine Kinder hat, sind die Geburtstage doch etwas anders als früher. Weil sie sich ja sehr mit einem freuen und einen dann nötigen, einen Geburtstagskuchen zu backen. Weil sie einem freundlicherweise «butze hälfe» wollen zur Entlastung, sodass man dann alles zwei bis drei Mal nachputzen muss, je nach Anzahl der Kinder. Weil sie sich zur Feier des Tages gerne ein Schlückchen WC-Ente gönnen wollen, sodass man den Duschkopf unabgestellt in die Wanne schmeissen muss und bei der Rettungsaktion statt einer Champagner- eine normale Wasserdusche kriegt.
Weil sie einem gefühlte 30 Zeichungen als «Gschänkli» hinschludern und man jede einzelne würdigen muss, ausgiebig (die Zeichungen werden mit zunehmendem Alter der Kinder durch nutzlose Gutscheine abgelöst). Weil sie unter einem besonderen Znacht leider etwas anderes verstehen als man selbst. Und weil sie dieses Essen dann doch nicht mögen, weil sie sich ja mit Kuchen vollgestopft haben.
Weil man am Abend total k.o. die letzten Tropfen Rimuss aus der Flasche schleckt und sie dann glockenhell Happy Birthday singen und einen mit ihren Zopfteigärmchen umarmen und ihre weichen Backen an einen herandrücken. Und weil man dann wieder genau weiss, warum man das alles macht und warum jedes Jahr ein gutes und eigentlich viel zu kurz ist.
Isabelle Maissen fragt nicht, ob sich Beruf und Familie vereinen lassen. Sie packt einfach alles ins Leben, was ihr wichtig scheint: Den abenteuerlichen Alltag mit zwei Schulkindern, einen Job, der jeden Tag anders daherkommt und viel Auslauf in Form von sportlicher Betätigung. Manchmal liegt auch etwas Schlaf drin. Der Ehemann «hilft» nicht im Haushalt, sondern erledigt genauso selbstverständlich seine Hälfte, wie sie ihre Hälfte zum Einkommen beiträgt. Die Ehe funktioniert trotzdem und die Kinder wirken soweit unbeschädigt.

