Schweizer Unternehmen tragen heute massgeblich zu einer weltweit nachhaltigen sozialen und ökologischen Entwicklung bei. Sie gehören zu den wichtigsten Direktinvestoren in Entwicklungsländern und beschäftigen dort über 600‘000 Menschen – dazu kommen die lokalen Zulieferer und nachgelagerte Arbeitsplätze. Sie exportieren unser System der Lehrlingsausbildung und sorgen für bessere Infrastrukturen und ressourcenschonende Produktionen vor Ort.
Sie geben damit vielen Menschen eine Perspektive. All dies wird durch die Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» torpediert.
Nicht nur Konzerne – auch KMU
Bei der vorliegenden Initiative geht es nicht nur um Konzerne wie Glencore und Syngenta, wie die Befürworter behaupten. Lesen wir doch den Initiativtext, über den wir am 29. November abstimmen, genau: «Das Gesetz regelt die Pflichten der Unternehmen … nach folgenden Grundsätzen … Die auferlegten Pflichten gelten auch in Bezug auf kontrollierte Unternehmen sowie auf sämtliche Geschäftsbeziehungen.» Damit sind auch alle Lieferanten und Unterlieferanten eingeschlossen, was immer in Abrede gestellt wird.
Bei Annahme der Initiative könnten sich Schweizer Unternehmen genötigt sehen, sich aus gewissen Entwicklungsländern zurückzuziehen und sich von lokalen Produzenten zu trennen, sofern diese ein potenzielles Haftungsrisiko darstellen. Besonders kontraproduktiv ist dies für Mensch und Umwelt dann, wenn unsere Unternehmen in der Folge durch Firmen aus Ländern ersetzt werden, die viel tiefere Sozial- und Umweltstandards aufweisen.

