Es bleibt bei einem Minus von knapp zehn Millionen
Oft bietet der sogenannte «Novemberbrief» noch einige Überraschungen fürs Budget des nächsten Jahres – mal positive, meist aber eher negative. In der Stadt Uster ist das jetzt aber nicht der Fall. Der Stadtrat hat an seiner Sitzung vom 3. November die frühere Weisung vollumfänglich bestätigt. Wie Finanzvorstand Cla Famos (FDP) bereits Ende September vorgestellt hat, sieht die Erfolgsrechnung 2021 einen Aufwandüberschuss von 9,9 Millionen Franken vor. Gerechnet wird mit einem Gesamtaufwand von 262,6 und einem Ertrag von 252,7 Millionen Franken.
Keine Steuerfusserhöhung
Trotz des Defizits beantragt der Stadtrat für 2021 keine Steuerfusserhöhung. Wie er betont, werde damit Rücksicht auf die mit der Covid-19-Pandemie verbundene Unsicherheit der Prognose genommen. Die Sekundarschulgemeinde beantragt auch einen gleichbleibenden Steuerfuss von 18 Prozent. Der Gesamtsteuerfuss für Uster soll somit weiterhin bei 109 Prozent respektive 105 Prozent für Nänikon betragen. Ob das dann wirklich so sein wird, entscheidet der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 30. November.
Stadtrat rechnet mit «folgsamem» Parlament in der Steuerfrage
30.09.2020

Ustermer Budget
Trotz einem satten Minus will der Stadtrat die Steuern im kommenden Jahr nicht erhöhen. Beitrag in Merkliste speichern Bei den Steuereinnahmen rechnet der Stadtrat mit 102,8 Millionen. Das sind 3,2 Millionen weniger als noch im Budget 2020. Die Abnahme wird mit den voraussichtlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Steuerreform17 begründet. Abstriche eingerechnet werden auch beim Ressourcenzuschuss des Kantons. Gegenüber dem letztjährigen Budget wird hier mit 1,7 Millionen Franken weniger gerechnet wegen der Pandemie.
Hohes Investitionsvolumen
Die Stadt Uster hat für 2021 Nettoinvestitionen von 22,3 Millionen Franken vorgesehen. Gut ein Drittel der Summe soll selbst finanziert werden. Noch weiter hinaus gerechnet, also in der Investitionsplanung 2022 bis 2024, sind Nettoinvestitionen von insgesamt 76,9 Millionen Franken vorgesehen. Darin enthalten sind erste Investitionen für das Projekt «Kultur- und Tagungszentrum im Zeughaus», für ein fussgängerfreundliches Zentrum und für das Bahnhofzentrum eingeplant.
Im 2021 wird Uster wohl weitere langfristige Darlehen aufnehmen müssen. Diese sollen zum einen die Liquidität sichern und zum anderen insbesondere die geplanten Investitionen finanzieren. In den Jahren 2021 und 2024 dürften sich die langfristigen Schulden gemäss der vorliegenden Planung bei 170 Millionen Franken stabilisieren.
Hoher Aufwandüberschuss im 2020
Wie Famos schon vor Monatsfrist betonte, bestünden weiterhin grosse Unsicherheiten, was die finanziellen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie angehe. Dank der guten Abschlüsse in den Jahren 2016 bis 2018 und dem hohen Eigenkapital könnten die teilweise massiven finanziellen Auswirkungen der Pandemie aber abgefedert werden.
In der Hochrechnung für das laufende Jahr geht der Stadtrat von einem Aufwandüberschuss von 11,5 Millionen Franken aus. Gerechnet wird mit weniger Steuereinnahmen sowie Mehraufwendungen wegen der Pandemie. Die Prognose enthält allerdings weiterhin grosse Unsicherheiten. (cb)

