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Einsatz von Pflanzenschutzmittel unter der Lupe

Wie geht man in Pfäffikon den unerwünschten Pflanzen an den Kragen? Die Grünen Pfäffikons fordern: mit möglichst wenig Chemie. Nun hat der Gemeinderat den Status Quo erläutert – und er will das Problem neu angehen.

Derzeit läuft in Pfäffikon ein Versuch, Unkraut mit Salzwasser zu bekämpfen.

Symbolfoto: Pixabay/Pezibear

Einsatz von Pflanzenschutzmittel unter der Lupe

Pirmin Knecht, Präsident der Grünen Partei Pfäffikon, und Vorstandsmitglied Carlota Erismann sorgen sich um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf dem gemeindeeigenen Land. «Die Grüne Partei ist der Meinung, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert oder noch besser ganz vermieden werden soll», schreiben sie in ihrer Anfrage. «Die Gemeinde soll dabei als gutes Vorbild vorangehen.»

Da die Pfäffiker Gemeindeversammlung im September nicht durchgeführt wurde, konnten auch keine Anfragen aus der Bevölkerung behandelt werden. Das Anliegen von Knecht und Erismann hat der Gemeinderat daher mittlerweile  auf schriftlichem Weg beantwortet.

Salzwasser statt Herbizid

In der Regel seien Pflanzenschutzmittel auch für andere Lebewesen schädlich und belasteten das Grundwasser. «Erst im Herbst 2019 musste das Pumpwerk Mettlen abgestellt werden, weil der Höchstwert des Fungizides Chlorothalonil im Grundwasser um das Dreifache überschritten wurde.»

Die konkrete Frage, ob Herbizide auch auf gemeindeeigenen Flächen verwendet werden, konnte der Gemeinderat zum einen verneinen: «Im Strassenunterhalt werden durch die Unterhaltsequipe keine Herbizide eingesetzt. Unkraut wird manuell durch Jäten beseitigt.» Versuchsweise werde seit Herbst 2019 ein natürlicher und ungiftiger Unkrautvernichter eingesetzt, wobei es sich im Prinzip um Salzwasser handle.

Für den Unterhalt der Grünrabatten im Strassenbereich benutze man neben dem unbedenklichen Mittel  «Delfin»  jedoch auch das Fungizid «Play», das Wirkstoffe mit besonderem Risikopotenzial enthält. «Das Fungizid wird ebenfalls für die Bekämpfung von Buchsbaumzünsler verwendet, welche den Buchs komplett kaputt machen würde, wenn man es nicht einsetzen würde.» Momentan gebe es dafür keine Alternative.

Grundsätzlich seien die entsprechenden Abteilungen der Gemeinde verantwortlich für einen «zeitgemässen und möglichst s chonenden» Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. So wurde im Strassenunterhalt auch schon versucht, mit Heisswasser das Unkraut an den Strassenrändern zu bekämpfen. «Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Methode zu wenig wirksam ist. Alle zwei Wochen wäre eine Wiederholung nötig gewesen, was nicht praxistauglich ist.»

«Eine pestizidfreie Gemeinde Pfäffikon wäre ein tolles Ziel.»

Pirmin Knecht und Carlota Erismann

Im Wald gelte zudem ein grundsätzliches Verbot an Pflanzenschutzmitteln und werde auf den Waldgrundstücken der Gemeinde auch eingehalten. «Ausnahmen gibt es etwa für gelagertes Holz», so der Gemeinderat weiter.

Die letzte Frage von Pirmin Knecht und Carlota Erismann, ob es einen Abbauplan gebe, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren oder ganz zu vermeiden, wäre eigentlich in einem Wort zu beantworten: Nein. Doch der Gemeinderat liefert eine zusätzliche Einordnung. «Der aktuelle Stand betreffend den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird als gut erachtet.» Man sei jedoch gewillt, weiterhin mögliche Verbesserungen umzusetzen.

So setze sich der Gemeinderat zum Ziel, noch in der laufenden Amtsdauer entsprechende Massnahmen zu definieren. Diese sollen die Leitplanken für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bilden und dessen Einsatz reduzieren. «Wie und in welcher Form ist noch offen.»

Die Menge machts

Knecht und Erismann zeigen sich erfreut darüber, dass der Gemeinderat Pflanzenschutzmittel weiter reduzieren will. «Eine pestizidfreie Gemeinde Pfäffikon wäre ein tolles Ziel.» Da sie aber noch nicht alle verwendeten Mittel kennen, würden sie die Antwort des Gemeinderates noch prüfen. «Natürlich ist auch die eingesetzte Menge wichtig.»

Dass ein Pflanzenschutzmittel mit besonderem Risikopotenzial auf den Grünrabatten im Strassenbereich ausgebracht wird, erscheine ihnen fraglich. «Da sollte man darüber nachdenken, die Buchsbüsche durch robustere Pflanzen zu ersetzen, die keine Pflanzenschutzmittel benötigen.»

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