Pfäffikon lanciert Youtube-Kanal für Livestreams
Am Samstag findet in der Gemeinde Pfäffikon eine Premiere statt.«In» der Gemeinde ist nicht ganz der richtige Ausdruck, denn es handelt sich dabei um den Livestream einer Informationsveranstaltung. Ursprünglich geplant war ein Workshop zum neuen Raumentwicklungskonzept, das zusammen mit der Bevölkerung erarbeitet werden soll. Aufgrund der Corona-Pandemie werden nun der Gemeinderat und die Arbeitsgruppe erstmals via Livestream auf Youtube über den Stand der Dinge informieren.
Damit dies möglich ist, musste zuerst überhaupt ein Youtube-Kanal für Pfäffikon geschaffen werden. Während die Verantwortlichen die Social-Media-Kanäle Facebook, Twitter und Instagram schon seit längerem mit Informationen aus dem Gemeindehaus bespielen, fristete Youtube eher ein Mauerblümchendasein.
«Mit Youtube alleine kann man weniger Leute erreichen», sagt Bennie Lehmann, stellvertretender Gemeindeschreiber. «Youtube ist schliesslich ein eher statisches Angebot.» Der Gedanke, einen solchen Kanal zu eröffnen, sei zwar schon länger da gewesen, strategisch verfolgt habe man ihn jedoch nicht. In Sachen Livestream sei Youtube aber die ideale Plattform, um die Bevölkerung mit Informationen zu versorgen. «Besonders in Zeiten von Corona.»
Tiefe Abonnentenzahlen
Erfahrungen mit Live-Streams haben in der Region vor allem die Parlamentsgemeinden. Uster, Dübendorf und Wetzikon übertragen die Parlamentssitzungen regelmässig. Und obwohl bei der Premiere in Dübendorf rund 200 Personen für eine gewisse Zeit den Diskussionen gelauscht haben, sind die Abonnentenzahlen nach wie vor tief – zum Teil sogar im einstelligen Bereich.
Die Gemeinde Fehraltorf scheint mit über 90 Abonnenten einer der Topshots in der Region zu sein. «Das war uns ehrlichgesagt gar nicht bewusst», sagt Angela Bochsler, Assistentin des Gemeindeschreibers in Fehraltorf. Als Webmasterin ist sie für die Website und Social-Media-Kanäle der Gemeinde verantwortlich.
Aber auf Youtube-Abonnenten komme es nicht primär an. «Wir verlinken die Youtube-Beiträge immer auf unserer Gemeindewebsite und unserem Facebook-Profil, die Videos werden darum eher auf diesen Plattformen angeschaut als direkt auf Youtube.» Gleichzeitig sei Youtube das ideale Werkzeug, da man sich nicht anmelden muss, um ein Video zu schauen. «Und man kann die Links sehr einfach weiterschicken.»
Informationsfilme zu politischen Themen
Der Fehraltorfer Youtube-Kanal gibt es bereits seit neun Jahren. «Wir sind eben gerne bei den ersten mit dabei», sagt Bochsler. Seither werden zu den wichtigen politischen Geschäften – egal ob Gemeindeversammlungen oder Urnenabstimmungen – kurze Informationsfilme gedreht. «So können Informationen attraktiver aufbereitet werden als etwa im Abstimmungsbüchlein.» Dabei stehe Qualität vor Quantität. «Da ein gutes Video Kosten verursacht, produzieren wir lieber weniger, dafür richtig gute Beiträge.»
Die Plattform künftig auch für Livestreams zu verwenden, sei grundsätzlich denkbar, so Bochsler. «Je nach Covid-Entwicklung zum Beispiel für das Projekt neue Mehrzweckhalle Heiget.»
Für den ersten Pfäffiker Livestream versammelt sich die Arbeitsgruppe für das Raumentwicklungskonzept im Chesselhuus, von wo aus gesendet wird. Die Zuschauer können über einen Chat Fragen oder Inputs einreichen. «Trotzdem wird es wohl mehr auf eine Informationsveranstaltung als auf ein Brainstorming zusammen mit der Bevölkerung hinauslaufen», sagt Bennie Lehmann.
Kurz, knapp und mit Augenzwinkern
In Zukunft auch Gemeindeversammlungen online zu übertragen, sei nicht geplant. «Theoretisch wäre das möglich», sagt Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma. Rechtlich gebe es aber noch einige Fragen, die geklärt werden müssten. «Ob ein Livestream überhaupt zulässig wäre, glaube ich kaum.» Eine Gemeindeversammlung könne man diesbezüglich nicht mit einem Parlament vergleichen.
Inwiefern sich der Youtube-Kanal der Gemeinde Pfäffikon entwickeln soll, sei noch offen. «Wir wollen nicht, dass am Ende auf allen Social-Media-Kanälen und nun auch zusätzlich auf Youtube der gleiche Inhalt publiziert wird», sagt Bennie Lehmann. Kurz, knapp und wenn möglich mit einem Augenzwinkern, so stelle er sich eine gute Informationsvermittlung vor. «Das bedeutet aber nicht, dass wir bald einen Tiktok-Account eröffnen.»
Der Gemeinderat hat im Frühling beschlossen, für Pfäffikon ein Raumentwicklungskonzept zu erarbeiten. In den letzten Monaten hat eine Arbeitsgruppe Fokusthemen bestimmt, zu denen längerfristige Entwicklungsmöglichkeiten diskutiert und definiert werden sollen. Die Bevölkerung soll sich an diesem Prozess beteiligen. Dazu wollen Gemeinderat und Arbeitsgruppe über die bisherigen Arbeiten und den weiteren Verlauf des Projektes informieren. Der Livestream zum Raumentwicklungskonzept Pfäffikon wird am Samstag, 14. November, ab 9.30 Uhr online auf dem Youtube-Kanal « Gemeinde Pfäffikon ZH» ausgestrahlt.
