In Wetzikon verschwinden reihenweise schwarze Katzen
Seit dem 17. September vermisst Alexandra Posztos ihr schwarzes Büsi. «Maszat ist sehr anhänglich, unglaublich lieb und ein bisschen tollpatschig», sagt die Wetzikerin gegenüber «20 Minuten». Die zweieinhalbjährige, sehr schlanke Katze lebe seit Geburt bei ihr. «Sie war immer hier in der Umgebung. Es ist untypisch, dass sie nicht nach Hause kommt.»
Auf der Website der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) hat Posztos eine Vermisstmeldung aufgegeben. Und auch auf Facebook postete sie vor Wochen einen Beitrag. Doch bislang ohne Erfolg. Auffällig ist: Posztos ist bei Weitem nicht die einzige Katzenbesitzerin in Wetzikon, die ihre schwarzes Büsi vermisst. Ein Blick auf die STMZ-Website zeigt, dass seit September in Wetzikon insgesamt sieben schwarze Katzen als vermisst gemeldet wurden.
Katzenhasser in religiösem Wahn
Die 26-Jährige findet das seltsam: «Das Verschwinden von so vielen schwarzen Büsi in der gleichen Region ist sehr mysteriös.» Auf Facebook hat sie deshalb einen Aufruf gestartet. «Ich will auf die Problematik hinweisen. Vielleicht melden sich noch weitere Betroffene.» Ihr grösster Wunsch ist aber: «Ich bitte alle, die Augen offen zu halten, und hoffe, dass meine Maszat bald wieder bei mir ist.»
«Körperteile von schwarzen Katzen finden in der traditionellen europäischen Magie Verwendung.»
Georg Otto Schmid, Religionsexperte
Beim Zürcher Tierschutz spricht man von einer ungewöhnlichen Häufung. «Dass gleich sechs schwarze Katzen am gleichen Ort und in so kurzer Zeit verschwinden, ist schon seltsam. Das scheint kein Zufall mehr zu sein», sagt Co-Geschäftsleiterin Nadja Brodmann. Sie äussert auch einen schlimmen Verdacht: Katzenhasser in religiösem Wahn könnten etwas mit dem Verschwinden zu tun haben.
Katzenhirn als Liebeszauber
Laut dem Rütner Religionsexperten Georg Otto Schmid sind Katzen für Rituale von Okkultisten Katzen allerdings weniger geeignet: «Sie können recht wehrhaft sein. Zudem bringt das Töten einer Katze nach mancher Sicht Unglück.» Er sagt aber: «Körperteile von schwarzen Katzen finden in der traditionellen europäischen Magie Verwendung.» So sollen unter anderem das Herz oder das Ohr einer schwarzen Katze unverwundbar machen. Und Katzenhirn komme bei angeblich besonders wirksamen Liebeszaubern zum Einsatz.
Hinweise auf die Tötung eingefangener oder gestohlener Tiere für die Herstellung angeblich magisch wirksamer Objekte habe es in den letzten Jahren aus verschiedenen Orten der Schweiz, auch aus dem Zürcher Oberland, gegeben, so Schmid. «Indizien ergaben sich vor allem dann, wenn die nicht verwendeten Teile der Tiere aufgefunden wurden. Manchmal waren auch Spuren der Bearbeitung aufzufinden.»
Kantonspolizei ermittelt
Die Kantonspolizei hat Kenntnis von den vielen verschwundenen Katzen im Raum Wetzikon. «Wir ermitteln in diesem Zusammenhang im Rahmen unserer Möglichkeiten. Hinweise in diesem Zusammenhang dürfen jederzeit an uns gerichtet werden», sagt Sprecher Florian Frei.

