Dass ein Sanierungsprojekt teurer wird, als ursprünglich angenommen, ist keine Seltenheit. In Russikon sorgt aber genau dieser Umstand aktuell für Diskussionen zwischen dem Gemeinderat und dem Politischen Gemeindeforum Russikon.
Konkret geht es um die Sanierung und den Umbau des Russiker Dorfbachs. Die Gemeindeversammlung bewilligte im Juni vergangenen Jahres einen Kredit von 1,74 Millionen Franken dafür. Wie der Gemeinderat vor einigen Wochen mitteilte, wird das Projekt doch teurer als angenommen: Anfang Oktober bewilligte er einen Kredit über 710‘000 Franken als gebundene Ausgabe. Die Rekursfrist betrug fünf Tage.
«Die Publikation lag mitten in den Herbstferien.»
Beat Mathys, Präsident Politisches Gemeindeforum Russikon
Das Vorgehen der Gemeinde stösst dem Politischen Gemeindeforum Russikon (PGR) sauer auf. Konkret wirft das PGR dem Gemeinderat vor, den Kostenanstieg des Projekts an den Stimmbürgern vorbeischmuggeln zu wollen. «Die teuren News von fast drei Viertel Millionen Franken wurden im Zürcher Oberländer und dem Amtsblatt abgedruckt. Nur lag die Publikation und Rekurszeit von fünf Tagen mitten in den Herbstferien.»
Eine vorab begleitende Information über die Gründe der Kostenexplosion oder eine umfassende Aktenauflage des Projekts suche man vergebens, so Beat Mathys, Präsident des PGR. «Man wird den Eindruck nicht los, dass eine unangenehme Angelegenheit möglichst ohne Aufsehen an den Stimmbürgern vorbeigeschmuggelt werden sollte.»

