Politik

Wilemer müssen leicht weniger in die Tasche greifen

Der Gesamtsteuerfuss von Wila soll im nächsten Jahr 129 anstatt 130 Prozentpunkte betragen. Ab 2022 winken zwar Mehrerträge – aber wohl auch tiefere Zahlungen aus dem Finanzausgleich.

Wilemer müssen leicht weniger in die Tasche greifen

Das Budget 2021 der Politischen Gemeinde Wila rechnet bei einem Aufwand von rund 12,18 Millionen und einem Ertrag von etwa 11,92 Millionen mit einem Verlust von 257’300 Franken. Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde soll nächstes Jahr unverändert bei 59 Prozent belassen werden.

Wie der Gemeinderat mitteilt, soll der Gesamtsteuerfuss auf 2021 aber um einen Prozentpunkt auf 129 Prozent sinken. Das wird er zusammen mit den beiden Schulgemeinden beantragen. Die Primarschule will ihren Steuerfuss zwar um einen Prozentpunkt heben, doch im Gegenzug ist bei der Sekundarschule eine Senkung des Steuerfusses um zwei Prozentpunkte geplant. Mit einem Steuerfuss von 129 Prozent könnte bei einem allfälligen Verlust Individueller Sonderlastenausgleich (ISOLA) beantragt werden, schreibt der Rat weiter.

Konsequente Strategie

Er unterstütze in enger Zusammenarbeit mit den beiden Schulgemeinden weiterhin die in den letzten Jahren konsequent verfolgte Steuerstrategie mit der Festsetzung eines Steuerfusses beim 1,3-fachen des kantonalen Mittels. Im Vergleich zu anderen Zürcher Gemeinden werde trotz vergleichbarer Ausgangslage nicht der Weg gegangen, den Steuerfuss um «jeden Preis» zu halten.

Wie der Gemeinderat in seiner Legislaturplanung formuliert hat, strebt er ein positives Nettovermögen an. Dies, damit eine Verschuldung mit einem beträchtlichen Zinsrisiko zulasten der nächsten Generation verhindert werden kann.

Um einen für die Region möglichst attraktiven Steuerfuss zu erreichen, verfolge er ausserdem in verschiedenen Bereichen Projekte. In diesem Zusammenhang nennt er die Liegenschaftenstrategie, die unter anderem zum Ziel hat, die Bewirtschaftung der Gebäude rentabler zu gestalten.

Zwei Seiten

In die Karten spielen den Gemeindefinanzen die beiden am 27. September angenommenen kantonalen Vorlagen zum Zusatzleistungs- und Strassengesetz. Dadurch können für die Politische Gemeinde Wila ab 2022 Mehrerträge von bis zu 500’000 Franken resultieren, heisst es in der Medienmitteilung weiter.

Die Kehrseite sei, dass mutmasslich der geografisch-topografische Sonderlastenausgleich unter Druck geraten könnte. Daraus profitiert die Gemeinde jährlich mit rund 900’000 Franken. Und: «Auch die Entwicklung der Steuererträge durch die aktuelle Corona-Pandemie ist sehr unsicher.» Tendenziell seien über die nächsten Jahre weniger Steuereinnahmen zu erwarten. (hug)
 

Investitionen im 2021

Die Politische Gemeinde Wila will 2021 im Verwaltungsvermögens netto 2,28 Millionen Franken investieren. Im Bereich «Gemeindestrassen» sind für diverse Sanierungs- und Instandstellungsarbeiten sowie den Ersatz des Gemeindefahrzeugs Lindner Investitionen von 925’000 Franken geplant. Für die Erneuerung der Leitung vom Grundwasserpumpwerk Tannau bis ins Dorf sind in der Investitionsrechnung vom nächsten Jahr 255’000 Franken eingestellt.

In der Investitionsrechnung des Finanzvermögens ergibt sich laut Planungen ein Einnahmenüberschuss von 1,38 Millionen Franken. Das Ergebnis sei Ausdruck der eingeleiteten Liegenschaftenstrategie. Der Gemeinderat beabsichtigt den Verkauf des Wohnhauses an der Tösstalstrasse 17 (ehemaliger Krämerladen Schoch) sowie der beiden Scheunen an der Gerbistrasse. (tth)

Fehler gefunden?