Der Wald leidet, und keiner weiss so genau, wie man ihm helfen kann. Eine der Hauptursachen für die Probleme verschiedenster Baumarten von der Fichte bis zur Buche ist der Klimawandel. Experten streiten darüber, wie sich der Wald am besten gegen Folgen wie steigende Temperaturen und längere Dürreperioden schützen lässt. Eine wichtige und bisher unterschätzte Rolle dabei könnten sogenannte Mykorrhiza-Pilze im Boden spielen, die die Wurzeln fast aller Waldbäume umwachsen.
Darauf deutet eine Untersuchung kanadischer und deutscher Biologen hin, die gerade im «Journal of Ecology» erschienen ist. Dem Team um Joseph Birch von der University of Alberta im kanadischen Edmonton ist es erstmals gelungen, nachzuweisen, dass Bäume umso schneller wachsen, je mehr Mykorrhiza-Pilze sie an ihren Wurzeln haben.
Diese Pilze, von denen es auch in Mitteleuropa mehr als tausend Arten gibt, versorgen die Bäume mit Wasser und Nährstoffen wie Phosphat und Stickstoff. Die feinen Pilzfäden durchdringen den Boden viel besser, als es die Baumwurzeln können. Dadurch vergrössert sich die Oberfläche, über die Wasser und Nährstoffe aufgenommen werden, was die Bäume auch widerstandsfähiger gegen Trockenheit macht. Das Pilzgeflecht liefert nämlich immer noch Wasser, wenn die viel dickeren Baumwurzeln längst keines mehr finden. Im Gegenzug bekommen die Pilze von den Bäumen Kohlenhydrate, die sie selbst nicht herstellen können.
Unterirdische Autobahn für Wasser und Nährstoffe
Doch das ist noch nicht alles: Das Pilzgeflecht im Boden ist so weitläufig, dass es auch verschiedene Bäume miteinander verbinden und so einen Austausch zwischen diesen ermöglichen kann. Über dieses Netzwerk gelangen auch Nährstoffe von gut versorgten Bäumen zu Bäumen, die an ungünstigen Standorten stehen, an denen es nur wenige Ressourcen gibt. Es sei wie bei Familienmitgliedern, die sich in Krisenzeiten gegenseitig unterstützen, sagt Joseph Birch.

