Es ist kurz vor Feierabend auf Gemeinde- und Stadtverwaltungen, als der Bundesrat seine jüngsten Massnahmen im Kampf gegen Corona verkündet. Besonders die Maskenpflicht im Freien, etwa in belebten Fussgängerbereichen, betrifft die Gemeinden. Denn viele betroffene Standorte dürften im Besitz der öffentlichen Hand sein.
Das Knifflige für Verwaltungen und Politiker: Die abends verkündeten Massnahmen gelten ab Mitternacht. «Das hat uns tatsächlich überrascht», sagt Thomas-Peter Binder, Gemeindeschreiber von Gossau. «Die Vorlaufzeit ist äusserst knapp.» Mit einer ausgeweiteten Maskenpflicht habe man aber grundsätzlich gerechnet; und man sei auch darauf vorbereitet.
«Es darf nicht sein, dass Leute in dieser belastenden Zeit in Isolation und Einsamkeit landen. Das bereitet mir Sorgen.»
Thomas-Peter Binder, Gemeindeschreiber Gossau
In seiner Gemeinde dürften vor allem die Ladenbereiche an der Laufenbachstrasse und im Zentrum von der Maskenpflicht betroffen sein. «Ob und wie wir darauf reagieren, werden wir nun umgehend prüfen. Eine weitere Herausforderung dabei ist, dass auch die Privaten gefordert sind, denen die entsprechenden Grundstücke gehören.»
Weihnachtsmarkt noch nicht abgesagt
Noch unklar ist laut Binder, wie der Verkehrsverein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde mit dem nach wie vor angesetzten Weihnachtsmarkt umgehen wird. «Gemäss den heute angekündigten Massnahmen wäre er durchführbar – aber mit Masken. Die Frage ist, ob die Leute dann trotzdem kommen.» Umgekehrt findet er es sehr wichtig, dass bezüglich Dorfleben auch in Corona-Zeiten ein Mittelweg zwischen Schutz und Geselligkeit möglich bleibt und sich die Leute begegnen und austauschen können. «Es darf nicht sein, dass Leute in dieser belastenden Zeit in Isolation und Einsamkeit landen. Das bereitet mir Sorgen.»
Rüti: Vor allem an der Bandwiesstrasse

