Es war ein in vieler Hinsicht stimmiger Freitagabend. Während draussen ein Regenschauer nieder ging, wurde man in der reformierten Kirche Kollbrunn von warmem Licht und einer gespannten Vorfreude empfangen. Ein ganzes Team von aktiven Leuten hatte eine Präsentation über den Theologen Dietrich Bonhoeffer zusammengestellt. Feine Klänge aus der Orgel ergänzten die besondere Stimmung.
Dietrich Bonhoeffers Geschichte (siehe Box) spielte zu Beginn des 20. Jahrhunderts und fand ihren Höhepunkt zur Zeit des Nationalsozialismus. Bonnhoeffer hatte sich zum Theologen ausbilden lassen und war in den 1930er Jahren als Pfarrer tätig. 1935 übernahm er das illegale Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Finkenwalde bei Stettin. Diese widersetzte sich den nationalsozialistischen Bestrebungen innerhalb der evangelischen Kirche.
Von Hitler hingerichtet
1937 schloss die Polizei das Seminar, die Arbeit wurde im Untergrund weitergeführt. 1940 kam dann das endgültige Verbot. Daraus resultierte ein politischer Widerstand. Bonhoeffer wurde selbst zu einem V-Mann – einem geheimen Informanten – und im April 1943 von der Gestapo verhaftet. Die beiden letzten Lebensjahre verbrachte er im Militärgefängnis Tegel sowie im Konzentrationslager Buchenwald. Adolf Hitler brachte den Theologen in Verbindung mit dem auf ihn verübten Attentat vom Juli 1944. Deshalb liess er ihn am 9. April 1945 im Lager Flossenbürg hinrichten.
Das Herz am rechten Fleck

