In keinem anderen Bereich widerspiegelt sich die Altersgruppe ungeschminkter als in der Internetnutzung. Wenn ältere Semester den Digital Natives beim Surfen über die Schulter schauen, gesellt sich zum Staunen über den spielerischen Umgang der Millenials oft auch Resignation. Denn von den über 70-Jährigen bleiben viele auf der Strecke und trauen sich gar nicht erst, das Internet zu nutzen oder Online einzukaufen.
Twittern, chatten, E-Mails versenden, drauflos surfen und online posten – das scheint eine für Junge und Junggebliebene reservierte Domäne zu sein. Dessen ungeachtet sind bislang jene Angebote erstaunlich rar, die dem älteren Teil der Bevölkerung entsprechendes Wissen und jene Fingerfertigkeit vermitteln, die die diffusen Ängste vor der Digitalisierung bekämpfen.
Auch die Politik ist gefordert und muss dem riskanten Trend Einhalt gebieten.
Die offensichtliche Abkopplung ist bedenklich und verschärft sich zunehmend. Zwar hat die Corona-Krise das Online-Shopping und die Internetnutzung allgemein beflügelt – ob und wieweit dies in der «neuen Normalität» anhält, bleibt abzuwarten.
Auch die Politik ist gefordert und muss dem riskanten Trend Einhalt gebieten. «Vor dem Hintergrund unserer rapide alternden Gesellschaft wäre es mehr als fahrlässig, auf diesem Gebiet weiterhin so wenig wie bisher zu tun», meint Informatik-Professor Herbert Kubicek vom Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib), ein der Universität Bremen angeschlossenes Forschungsinstitut.

