Fast unsichtbar hängen die Kügelchen – dunkelbraun, papierig-trockene Oberfläche, zirka einen halben Zentimenter Durchmesser – zwischen den herzförmigen Blättern. Eine Berührung, ein Windstoss und sie purzeln auf die Erde. «Nächste Woche müssen wir unbedingt pflücken, sonst wird’s schwierig», sagt Ortwin Schönholzer, ohne beim Anblick der fallenden Kugeln beunruhigt zu wirken.
Die kleinen braunen Kugeln nennt man Bulbilllen oder Brutknospen und sie sind für Schönholzer die Grundlage für den Anbau im nächsten Jahr. Sie dienen der vegetativen, also ungeschlechtlichen Vermehrung gewisser Pflanzen. Die Bulbillen auf Schönholzers Feld gehören zu seinem Yams. Schönholzer nennt ihn allerdings lieber «Lichtwurzel», oder «der lateinische Name dieser konkreten Sorte ist Dioscorea batatas».
Enormer Aufwand
Yams ist ein Wurzelgemüse, reich an Stärke und kann ähnlich wie Kartoffeln verarbeitet werden. Auf anderen Kontinenten ist es weit verbreitet, in Westafrika ist es häufig ein Grundnahrungsmittel. In der Schweiz ist Schönholzer mit etwa einer Tonne Ertrag im Jahr einer der grössten Produzenten.
Der grosse Vorteil: «Wir müssen eigentlich keinen Pflanzenschutz anwenden, diese Sorte Yams wächst in unseren Breitengraden problemlos.» Nur bewässert wird die Anlage. Der grosse Nachteil: «Der Aufwand ist enorm.»

