Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Hittnauer Ärztehaus kann gebaut werden

Ein Stimmrechtsrekurs verzögerte die Planung, nun ist das Hittnauer Ärzte- und Wohnhaus «Hittnau Care» in trockenen Tüchern. Die Bevölkerung sagte deutlich Ja zum Millionenkredit.

Neubau statt Kiesparkplatz: Im Sommer 2022 soll das neue Ärztehaus bezogen werden können.

PD

Hittnauer Ärztehaus kann gebaut werden

Die medizinische Versorgung der Gemeinde Hittnau sichern. Dieses Ziel soll mit dem Projekt «Hittnau Care» erfüllt werden. Und darf jetzt endlich auch. Mit 1409 Ja- und 355 Nein-Stimmen wurde der Kredit in der Höhe von 11,738 Millionen Franken an der Urne deutlich angenommen. Damit kann der Platzmangel in der heutigen Arztpraxis behoben werden. 

Noch im Dezember 2018 hatte ein Hittnauer einen Stimmrechtsrekurs gegen die Vorbereitung und Durchführung der Gemeindeversammlung eingereicht. Damals hatte der Souverän dem Projektierungskredit für das Ärztehaus zugestimmt. Die Vorwürfe reichten von mangelhafter und einseitiger Vorabklärungen bis zu Desinformation gegenüber den Stimmberechtigten. Ein Rekurs, der schliesslich vom Bezirksrat abgewiesen wurde. 

«In den letzten Tagen ist die Nervosität gestiegen.»

Carlo Hächler (FDP), Bauvorstand

«Der Hauptvorwurf war stets, dass es nicht die Aufgabe der Öffentlichkeit, also der Gemeinde sei, Räume für Ärzte bereitzustellen», sagt Bauvorstand Carlo Hächler (FDP). «Doch mit dem Entscheid der Bevölkerung, die ein solches Projekt wollte, wurde es eben doch zu einer öffentlichen Aufgabe.» 

Das deutliche Abstimmungsresultat freut ihn nun umso mehr. «In den letzten Tagen ist die Nervosität gestiegen», gibt er zu. «Aber eigentlich bin ich immer von einem Resultat von rund 80 Prozent Ja-Stimmen ausgegangen.»

Ein zukunftsgerichtetes Modell

Die Kombination von Wohnraum und medizinischer Versorgung sei eine gute Sache für Hittnau. «Ein zukunftsgerichtetes und erfolgsversprechendes Modell», sagt Hächler. In vielen Gemeinden sind Allgemeinmediziner Mangelware. «Dieses Problem werden wir nicht bekommen.»

Auch Thomas Fuhrer, der mit seinen Arztkollegen Reto Schnyder und Bastian Lindauer in die neuen Räume ziehen wird, freut sich über das Abstimmungsergebnis. «Wir sind sehr, sehr glücklich. Besonders auch über die hohe Zustimmung.»

«Wir wollten uns nicht zu heftig einmischen. »

Thomas Fuhrer, Hittnauer Arzt

Eigentlicher Abstimmungskampf hätten die drei Hittnauer Ärzte nicht gemacht. «Wir wollten uns nicht zu heftig einmischen. Mich würde es als Patient auch verärgern, wenn mein Arzt während eines Termins eine politische Debatte anstiesse», sagt Fuhrer. Umso mehr seien sie von Patienten auf die anstehende Abstimmung angesprochen worden. «Das gab uns Mut.»

Angst vor einer Niederlage habe er keine gehabt. «Aber es ist trotzdem schön zu sehen, dass die Bevölkerung das Problem erkannt hat, dass die Praxis heute am Anschlag ist.»

Parkplätze bleiben Thema

Der Neubau soll auf dem heutigen Kiesplatz neben der Migros zu stehen kommen. Neben den Räumen für die Hittnauer Ärzte, welche die 615 Quadratmeter an Gewerbefläche allesamt mieten werden, sind in der Überbauung auch zehn Wohnungen vorgesehen. Der Baubeginn ist auf Juli nächsten Jahres geplant, der Bezug auf Sommer 2022. 

Die eigentlichen Kosten für das Bauprojekt belaufen sich auf 8,875 Millionen Franken. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben muss der Wert des Grundstückes, auf dem der Neubau erstellt wird, jedoch ebenfalls in den Baukredit eingerechnet werden, obwohl das Land in Besitz der Gemeinde ist. 

«Wenn es tatsächlich Probleme geben sollte, werden wir diese genauer prüfen. »

Carlo Hächler (FDP), Bauvorstand

Während die Tie fgarage nur Plätze für Mieter vorsieht, soll es vor dem Gebäude 18 Parkplätze geben – ein riesiger Unterschied im Parkplatzangebot, verglichen mit dem heutigen Kiesplatz. Ein Punkt, der bereits an den Informationsveranstaltungen im Vorfeld der Abstimmung kritisiert wurde. 

«Und wie wir bereits erklärt haben, gibt es Möglichkeiten und Optionen, wo neue Parkplätze geschaffen werden könnten», sagt Carlo Hächler. «Wenn es tatsächlich Probleme geben sollte, werden wir diese genauer prüfen. Aber nicht vorher.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns