Die Angestellten des Spitals Bülach erleben gerade eine nie da gewesene Solidarität – untereinander, auch von ausserhalb des Zürcher Unterlandes. An der Demonstration in der Bülacher Altstadt protestierten sie Seite an Seite mit einer Delegation des Spitals Uster, zwischen 200 und 300 Menschen dürfte der Protest gezählt haben. «Zwillinge im Geist» seien die beiden Spitäler: Beide mussten miterleben, wie eine Chefärztin und ein Chefarzt fristlos entlassen wurden.
Es ist Samstagvormittag, 10.30 Uhr. Die Bülacher Altstadt ist so belebt wie bei solch garstigem Wetter selten. Viele sind mit ihren Kindern gekommen, aus Lautsprechern schallt Rockmusik. Die Demonstrierenden verteilen T-Shirts und Masken, bedruckt mit dem Logo «Je suis Nic», und Protestplakate. «Gesundheit ist kein marktwirtschaftliches Gut» heisst es auf einem grossen, roten Transparent.
Für die Spitalangestellten steht fest: Sie wollen ihren Chefarzt, Nic Zerkiebel, zurück. Mehr als das aber fordern sie den Rücktritt des CEO, Rolf Gilgen, und eine Reorganisation der gesamten Spitalleitung. Nur auf diesem Weg könne das Spital gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.
«Lasst uns nicht im Regen stehen»
Die friedliche Stimmung täuscht nicht darüber weg, dass die Angestellten wütend sind. «Wer hat uns verraten? Spitalbürokraten!» skandieren sie, während sie vom Bülacher Rathaus durch die Altstadt bis zum Lindenhof marschieren. Dort überreicht Larissa Harburger, Intensivpflegekraft am Spital Bülach, dem Stadtpräsidenten Mark Eberli und dem Stadtrat Ruedi Menzi symbolisch die Petition.

