Der seit 20 Jahren in Wald wohnhafte Autor Martin Widmer veröffentlicht mit «Die Vermisste vom Vierwaldstättersee» seinen ersten Krimi. Darin wird Lina Brunner hinter ihrem Chalet im Zürcher Oberland tot in den Armen ihres Mannes Ludwig aufgefunden. Konrad Mattmann, Auslandkorrespondent einer Zürcher Zeitung, wird in den Mordfall involviert, und recherchiert, parallel zur Polizei, auf eigene Faust.
Er kommt dabei einer anderen Geschichte auf die Spur, die weit zurückreicht. In den 1960er Jahren verschwand der Laborchef einer Sprengstofffabrik auf mysteriöse Weise. Ludwig Brunner arbeitete in dessen Fabrik und wurde vom Laborchef gedemütigt. Was geschah in jener Dezembernacht vor 60 Jahren? Der freischaffende Historiker Widmer lässt seinen Krimi an realen Schauplätzen mit historischem Hintergrund spielen, unter anderen im Oberland und im Tösstal.
Herr Widmer, wie haben Sie die Schauplätze, einige davon sogar in Ihrem Wohnort Wald, für Ihren neuen Krimi ausgewählt?
Martin Widmer: Als Historiker gefallen mir natürlich historische Schauplätze. Daher habe ich den Gasthof Gyrenbad als einen Hauptschauplatz ausgewählt. Der andere ist die Sprengstofffabrik in Isleten am Urnersee. Ich wollte keinen Regionalkrimi schreiben, der nur im Tössthal oder in Wald spielt. Die Handlung sollte an mehrere Orten sein. Was die Wolfsgrueb in Wald betrifft: Das ist einfach ein schöner Name. Dass ein Forensiker dort ein Ferienhaus hat, passte für mich.
Schreibt es sich einfacher, wenn einige Schauplätze des eigenen Krimis quasi vor der Haustüre liegen?
Nicht unbedingt. Wenn der Autor in der Region wohnt, muss man immer auch etwas aufpassen. Man kann keinen Schauplatz nehmen, der einem zu nahe ist. Da muss ich als Autor abwägen.
Ihr eigenes Haus kommt also nicht vor?
Nein. Und das des Nachbarn auch nicht. Weil der dann sagt, dass ich die Haustür falsch beschrieben habe. (lacht)

