Eines Tages waren sie einfach da, diese seltsamen Figuren. Ich habe sie angesprochen, doch sie blieben stumm. Da erst realisierte ich, dass es sich um Tomaten und nicht um Aliens handeln muss. Aber warum landeten sie ausgerechnet hier?
Nach langem Sinnieren fand ich die Lösung: Sie sind bei der Qualitätskontrolle für den Verkauf durchgefallen, wurden ausgeschieden. Sie sind nicht marktgängig, sie erfüllen die geforderten Tomatennormen nicht, sind eigen, wirken frech und aufmüpfig. Und wer will schon Aussenseiter?
Eigentlich eine seltsame Ansicht. Denn Aussenseiter sind viel spannender als Genormte. Sie bringen Farbe ins Leben, regen zu Widerspruch an, fördern Nachdenken und Horizonterweiterung. Natürlich meine ich nicht diese Tomaten, ich denke an Menschen, die ihrer Fantasie Platz lassen, sie in die Öffentlichkeit tragen und zur Diskussion stellen. Auch obige Früchte bereichern einen Salat.
Ich finde es schön, dass so gewachsene Früchte und Gemüse heute nicht mehr weggeworfen, sondern auch in den Verkauf gegeben werden. Denn Foodwaste muss man vermeiden, Nahrungsmittel aller Art verdienen grösste Achtung und Wertschätzung. (Guy A. Lang)

