Mit den heutigen Strukturen im Gesundheitswesen werde es nicht möglich sein, die zunehmende Anzahl sterbender Menschen in der Schweiz angemessen zu behandeln. Zudem hätten nicht alle Menschen in allen Regionen einen gleichwertigen Zugang zu den Angeboten der Palliativmedizin. Dies das beunruhigende Fazit, das der Bundesrat in einem Bericht zur Betreuung und Behandlung von Menschen am Lebensende zieht. Neben dem Wohnort seien auch die finanziellen Mittel der Patientinnen und Patienten ausschlaggebend: «Solche Ungleichheiten im Sterben sind zu beheben.»
Deshalb schlägt die Landesregierung Massnahmen vor, um dem drohenden Missstand zu begegnen. Über die Kosten gibt es im gestern veröffentlichten Bericht keine Angaben. Konkret schlägt der Bundesrat Massnahmen in den Themenbereichen Sensibilisierung, Unterstützung, Betreuung und Koordination vor. Die Massnahmen sollen wann immer möglich innerhalb der bereits bestehenden Strukturen erfolgen. Neu will der Bund eine ständige Arbeitsgruppe «Gesundheitliche Vorausplanung» einsetzen und ein Projekt «Zugang zur allgemeinen Palliative Care» lancieren. Zudem sollen die Kantone Informationsund Beratungsstellen zum Thema einrichten.
Lehren aus der Corona-Krise
Mobile, ambulante und stationäre Angebote sollen ausgebaut werden, damit alle Menschen in allen Regionen die Angebote der Palliative Care nützen können. Für Personen mit komplexen Krankheiten am Ende des Lebens sollen zudem spezialisierte Angebote definiert werden. Die Koordination aller Massnahmen soll auf nationaler Ebene durch die Plattform Palliative Care sichergestellt werden, die es bereits heute gibt.
Die Covid-19-Pandemie hat die zentrale Rolle der Palliative Care laut dem Bundesrat bestärkt. Am meisten Todesfälle habe es bei den über 80-Jährigen gegeben, dennoch seien in den meisten Pflegeheimen kaum Palliative-Care-Fachpersonen eingesetzt worden. Künftig will der Bundesrat auch bei der Pandemie-Bewältigung die Bedürfnisse Sterbender und ihrer Angehörigen stärker berücksichtigen. (sda/red)

