Novartis nennt es «Arbeitsplatz-Analytics», geläufiger ist der Ausdruck «People Analytics»: Dahinter steckt das professionelle Auswerten von Daten, welche die Mitarbeitenden bei der Arbeit generieren. Gerade während der Corona-Zeit boomen in aller Welt solche Software-Tools, um die Mitarbeitenden zu kontrollieren.
«Damit können wir messen, ob die Mitarbeiter telefonieren, E-Mails schreiben, in digitalen Meetings sind», sagte Steven Baert, Personalchef bei Novartis im Interview.
Andere Schweizer Firmen sind bei solchen Auswertungen, wie sie die Novartis macht, zurückhaltender. Grosse Firmen wie Swisscom, die Post, Credit Suisse, UBS, Baloise, die SBB, Coop und die Mobiliar sagen auf Anfrage, dass man keine solche Software einsetze.
Bei Novartis-Konkurrent Roche heisst es beispielsweise: «Wir tracken keine IT-Aktivitäten, um die Leistung oder das Verhalten von Mitarbeitenden zu erfassen.» Man erfasse aber Daten wie die Gesamtzahl von E-Mails, Videokonferenzen und Speicherplatz, «um den reibungslosen Ablauf unserer Geschäftstätigkeit sicherzustellen», sagt ein Sprecher. «Roche hat eine Kultur, welche die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden und das gegenseitige Vertrauen betont, was sich auch während der vergangenen Monate bewährt hat», so der Sprecher.
Ähnliches betont auch die Post: «Bei der Post setzen wir auf eine Vertrauenskultur, welche die Eigenverantwortung und die Selbstkompetenz der Mitarbeitenden in den Vordergrund stellt», sagt eine Sprecherin.

