Einige mögen sich fragen, wozu dieser Feiertag gut sein soll und dazu erst noch eidgenössisch verordnet. Danken kann ich doch so, dazu brauche ich keinen eidgenössisch verordneten Tag. Und ob ich bete oder nicht, geht niemanden etwas an.
Beten, und damit alles Religiöse, ist ohnehin ins Private verbannt worden oder den treuen Gottesdienstbesuchern delegiert, die unbeirrt an ihrer Gewohnheit festhalten, am Sonntagmorgen in die Kirche zu gehen. Es mutet gleichzeitig verstaubt und provokativ an. Der Tag hat für die meisten Menschen in der Schweiz an Bedeutung verloren – jedoch je unpopulärer etwas wirkt, umso mehr Not tut es, darüber nachzudenken.
Es ist menschlich und auch verständlich, einer Busse ausweichen zu wollen.
Die Busse. Wer hat sich nicht schon geärgert, wenn ein Busszettel ins Haus flatterte, weil man die Geschwindigkeitsbegrenzung missachtet hat? Oder auch versucht, sich herauszureden, wenn die Parkzeit überschritten wurde und man nur gerade ein paar Minuten weg war? Es ist menschlich und auch verständlich, einer Busse ausweichen zu wollen.
Wenn wir jedoch der Wortbedeutung nachgehen, wie sie im christlichen Kontext und im biblisch-griechischen Text verwendet wird, kann man sich der Notwendigkeit einer Busse, gerade in der heutigen Zeit mit ihren vielfältigen Herausforderungen, nicht mehr entziehen.

