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Politik

«​​​​​Dann können die Steuerzahler also den Verlust übernehmen?»​​​​​​​

Soll der Wetziker Stadtrat dem Kanton knapp zehn Millionen Franken für ein Grundstück in Unterwetzikon bezahlen? Ein Streitgespräch zwischen den Parlamentariern Esther Schlatter (GLP) und Stefan Lenz (FDP).

Der Wetziker Stadtrat will dem Kanton ein Grundstück im Tannenrain in Unterwetzikon abkaufen. 33 Parlamentarier unterstützen ihn. Nur zwei GLP-Mitglieder nicht. Frau Schlatter, wissen Sie es wirklich besser?
Esther Schlatter : Ob wir es besser wissen, wird die Geschichte zeigen. Aber wir haben das Geschäft kritisch angeschaut. Im Parlament ist dies zu wenig passiert. Von links bis rechts waren alle der Meinung, Land zu kaufen sei einfach eine tolle Sache. Dass sich aber niemand eingehend damit beschäftigt hat, zeigt auch die Tatsache, dass eine externe Überprüfung durch einen Immobilienspezialisten abgelehnt wurde. Das finde ich unseriös – es geht immerhin um fast zehn Millionen Franken und um zusätzliche Schulden, die wir uns aufladen.   

Sie haben Ihre Kritik am Geschäft in einem Flyer aufgelistet. Herr Lenz, was halten Sie von diesen Punkten?
Stefan Lenz: Ich finde sie recht weit hergeholt und interpretationsbedürftig. Nehmen wir das Thema Spekulation. Aus meiner Sicht ist das Verhalten des Stadtrats in keiner Weise spekulativ. Es ist Aufgabe der Stadt, Arbeitsplätze in Wetzikon zu ermöglichen . Volkswirtschaftlich ist das relevant. Es geht um 13‘000 Quadratmeter Land an bester Lage. Die Stadt Uster hat solches Potenzial kaum mehr. Das Land ist unbebaut, die Stadt hat enormen Gestaltungsfreiraum. Und: Die Arbeitsplätze sind in Wetzikon, es braucht also niemand zu pendeln. Das müsste der GLP eigentlich gefallen.

Schlatter : Es handelt sich um Industrieland. Auch wenn der Kanton das Land jemand anderem verkauft, dürfen die dort keine Wohnungen bauen. Es wird also früher oder später im Tannenrain ohnehin Arbeitsplätze geben. Das wollen auch wir. Nur sehen wir dies nicht als Aufgabe der Stadt.

Das Grundstück Tannenrain liegt am Ortsausgang Richtung Grüt, ist 13‘300 Quadratmeter und kostet 7,1 Millionen Franken. Für die Erschliessung und Entwicklung rechnet der Stadtrat mit weiteren 2,4 Millionen Franken. Die Wetziker stimmen am 27. September über den Kauf ab. (tab)

Eigentlich ist dieses Denken auch für die FDP untypisch.
Schlatter : Genau, ihr sagt doch immer, es brauche einen schlanken Staat und alles sei Privatsache. Die Aufgabe der Stadt wäre es in diesem Fall, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Das könnte sie beispielsweise tun, indem sie ihren Finanzhaushalt besser in den Griff bekommt.

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