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So soll der neue Pfäffiker Bushof aussehen

Sieben statt vier Haltekanten: Der Bushof in Pfäffikon soll ausgebaut werden. Dazu drängt einerseits das Behindertengleichstellungsgesetz als auch die Grösse der Busse, die heute im Einsatz sind. Die Kosten werden indes auch auf die umliegenden Gemeinden verteilt.

Eine grosse Überdachung: Der neue Bushof wird ein stattlicher Bau. , Bauvorstand Lukas Steudler (links) und René Iten, Leiter des Bauamtes, haben das Projekt begleitet., Die Park&Ride-Parkplätze (rechts im Bild) sollen verschoben werden.

Archivfoto: Seraina Boner

So soll der neue Pfäffiker Bushof aussehen

Eigentlich funktioniert der Pfäffiker Bushof schon lange nicht mehr. Gebaut wurden 1998 vier Haltekanten für Busse mit 12 Metern Länge plus eine provisorische Haltekante für den Bus nach Wetzikon. Aufgrund der massiv gestiegenen Pendlerzahlen werden jedoch längst 18 Meter lange Gelenkbusse eingesetzt. «Für die Busfahrer ist es unmöglich, die Buchten anzufahren, ohne dass eine grosse Lücke zwischen Einsteigekante und Bustüre entsteht», sagt René Iten, Leiter des Pfäffiker Bauamtes.

Dies ist nicht nur unpraktisch: Das Behindertengleichstellungsgesetz schreibt vor, dass bis spätestens Ende 2023 öffentliche Bauten den neuen Vorgaben angepasst werden. «Dies bedeutet unter anderem, dass die heute rund 10 Zentimeter hohen Einsteigekanten auf 22 Zentimeter angehoben werden müssen», sagt Bauvorstand Lukas Steudler (FDP).

«Wir wollen weder schmürzelen noch ein Luxusprojekt umsetzen.»

Lukas Steudler (FDP), Bauvorstand

Bereits vor zwei Jahren hat der Pfäffiker Gemeinderat eine Studie in Auftrag gegeben, wie der Bushof ausgebaut werden kann. Nun liegt das Grobkonzept des Projektes vor.

Kosten soll dieses 8,73 Millionen Franken. «Wir wollen weder schmürzelen noch ein Luxusprojekt umsetzen», sagt Steudler. Vorgesehen ist eine überdachte Businsel mit sechs Haltekanten plus eine Haltekante beim Kiosk Nord. «Der einzige Luxus, den wir uns leisten wollen, ist die Überdachung der Businsel.» Diese soll dort gebaut werden, wo sich heute die Park&Ride-Parkplätze befinden.

Damit die Gelenkbusse auch genügend Platz zum Manövrieren haben, soll die Zelglistrasse um rund einen Meter nach Norden verschoben werden. Dafür muss die Gemeinde zusätzliches Land für rund eine Million Franken erwerben.

Der neue Standort für den Park&Ride-Parkplatz ist neben dem Alterszentrum Sophie Guyer geplant, wo aktuell die Parkplätze des Bauprovisoriums eingerichtet sind. Das Land befindet sich im Besitz der Gemeinde. 

An der Anzahl der Parkplätze soll sich nicht merklich etwas ändern. «Es werden auf jeden Fall nicht weniger», sagt René Iten. Einen massiven Ausbau strebe man nicht an. «Wir wollen ja nicht, dass noch mehr Personen mit dem Auto kommen, sondern die ausgebaute Businfrastruktur nutzen.» 

Unterführung auf Eis gelegt

Geprüft wurde auch eine zusätzliche Personenunterführung Ost. Damit hätte neben einer einfacheren Gleisquerung im östlichen Bahnhofsbereich auch eine bestehende Lücke im kantonalen Velowegnetz geschlossen werden können. «Aus finanziellen Gründen haben wir aber im Projekt darauf verzichtet», sagt Steudler.

Die SBB erheben die Pendlerzahlen in den Unterführungen. Diese seien in Pfäffikon im heutigen Durchgang jedoch noch zu wenig hoch, als dass sich die SBB zum heutigen Zeitpunkt an einer zweiten Unterführung finanziell beteiligen würden. «Aber die Pläne existieren und können je nach Bedarf aus der Schublade geholt werden.» Dasselbe gilt für eine mögliche Aufrüstung der Infrastruktur des neuen Bushofs etwa für Ladevorrichtungen für E-Busse zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Gemeinderat prüft einen Umbau

15.06.2018

Pfäffiker Bushof

Bis 2023 will der Pfäffiker Gemeinderat den Bushof umbauen. Beitrag in Merkliste speichern Die Gemeinde Pfäffikon wird sich mit rund 2,4 Millionen Franken an den Gesamtkosten von 8,73 Millionen Franken beteiligen. Als Standortgemeinde stimmt die Pfäffiker Bevölkerung an der Urne aber über den Gesamtkredit ab. «Wir rechnen damit, dass der Bund und der ZVV zusammen rund die Hälfte der Kosten übernimmt», sagt René Iten.

Zwischen 100’000 und 600’000 Franken

Der verbleibende Rest wird auf die Gemeinden Bauma, Russikon, Hittnau, Wila, Wildberg und Turbenthal aufgeteilt. Sie alle sind durch den Busfahrplan an Pfäffikon angeschlossen und profitieren darum auch vom neuen Bushof. Ein genauer Verteilschlüssel musste erst ausgearbeitet werden. «Dabei zahlen Gemeinden mit hohen Pendlerzahlen und Haltestellen mehr», sagt Iten. Dies betreffe vor allem Russikon und Hittnau. 

Genaue Zahlen wollen Iten und Steudler noch nicht nennen, da die Zustimmung aus einigen Gemeinden noch ausstehe. Aber: «Wir sprechen von Beträgen zwischen 100‘000 und 600‘000 Franken pro Gemeinde.» Je nach Gemeindeordnung kann die Exekutive die Summe direkt genehmigen oder sie muss noch an der Gemeindeversammlung bewilligt werden.

Obwohl auch von Uster, Wetzikon und Fehraltorf Busverbindungen nach Pfäffikon bestehen, werde man sich mit den Verantwortlichen darauf einigen, auf eine finanzielle Beteiligung zu verzichten. «Dies bedeutet aber auch, dass wir im Gegenzug von einer Kostenbeteiligung für analoge Projekte in diesen Gemeinden ausgeklammert werden», sagt Iten.

Bereits in Verzug

Die Frage, wo genau die Busse während der Bauphase halten werden, sei dann Gegenstand der Detailplanung. «Das wird zwar ein Knorz», räumt Steudler ein. «Aber da die heutige Haltekante während der Bauphase bestehen bleibt, wird man schon irgendwie aneinander vorbeikommen.»

Ursprünglich war geplant, den neuen Bushof zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 in Betrieb zu nehmen. Nun hat sich der Zeitplan bereits verzögert – nicht zuletzt wegen der Coronakrise. «Wir mussten die Verhandlungen mit allen involvierten Stellen verschieben und sind darum bereits ein halbes Jahr in Verzug», sagt Iten. Realistisch sei darum eher eine Fertigstellung bis im Dezember 2024.

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