Während eines Jahres hat das Kantonale Labor der Gesundheitsdirektion und das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) verschiedene Wasserversorgungen auf Chlorothalonil-Rückstände untersucht. Dieser Fungizid-Wirkstoff gilt als potenziell krebserregend und ist deshalb verboten. Der Bund hat den Grenzwert beim Grundwasser bei 0,1 Mikrogramm pro Liter festgelegt.
Die Messungen haben gezeigt, dass es noch immer zu Überschreitungen des Höchstwerts kommt. Zwar liegen die Werte in 80 Prozent der Trinkwasserverteilnetze unter dem Höchstwert. Es gibt aber nach wie vor Wasserfassungen mit erhöhten Konzentrationen an Rückständen.
Drei Fälle besorgniserregend
In den Bezirken Hinwil, Pfäffikon und Uster sind es insgesamt zwölf Wasserfassungen, die über dem Grenzwert sind. Tendenziell am besorgniserregendsten ist die Lage in Gossau, Pfäffikon und Russikon. Dort überschreiten Grundwasserfassungen den Maximalwert gleich um das Zehnfache. Es handelt sich dabei um das Pumpwerk Männetsriet in der Gossauer Aussenwacht Bertschikon, das Pumpwerk Mettlen in Pfäffikon sowie die Grundwasserfassung Riedt ausserhalb von Russikon. Ebenfalls bis um das Siebenfache erhöht ist der Wert in der Grundwasserfassung Seewadel zwischen Gossau und Grüt.
Das Pumpwerk Mettlen ist aufgrund der erhöhten Konzentration nicht mehr an die Pfäffiker Wasserversorgung angeschlossen. Das Russiker Pumpwerk Riedt und die beiden Anlagen in Gossau werden aktuell mit unbelastetem Trinkwasser verdünnt und können daher weitergenutzt werden.

