Regisseur Hans Peter Incondi war am Donnerstagabend die Freude anzusehen, dass das Ensemble vom Hof-Theater in diesem Corona-Jahr doch noch loslegen durfte. Wie bei einem Hoftheater üblich, finden die Aufführungen auf Landwirtschaftsbetrieben statt.
Für die verspätete Premiere bot das Wirte-Ehepaar der Alp Schnurrberg, Angela und Julian Burkhard, den Platz an. Den beiden ist zu wünschen, dass ihnen nie Gleiches passiert wie der Bauernfamilie Holzer.
Ein aussergewöhnliches Experiment
Bei Holzers bringt die Landwirtschaft zu wenig ein, zugleich entfällt der Nebenverdienst des Vaters aufgrund der Automatisierung des nahen Skiliftes. In den Bergen wohnend, gibt es wenig Alternativen für ein Einkommen. Es sei denn, man kann die Touristen ködern. Die Familie Holzer wagt ein aussergewöhnliches Experiment. Sie initiiert eine Peep-Show, in der durch ein Stubenfenster eine heile, rustikale Schweizer Welt zu sehen ist.
Nah des Hofes legen Bustouristen jeweils eine Pinkelpause ein. Warum also nicht sie melken statt der Kühe? Und tatsächlich, es funktioniert. Immer mehr Busse halten, immer mehr Touristen kommen und das Kässeli füllt sich beständig. Die Familie wächst zusehends in die Inszenierungen herein.

