Diese Frage ist in der Schweiz oft Grundlage sehr emotionaler Diskussionen, wenn ich erwähne, dass ich einmal (vor gefühlt sehr langer Zeit) einen Bachelor in Germanistik abgeschlossen habe. Sprache ist etwas Emotionales und vor allem etwas Identitätsstiftendes: Sie hält Kulturen zusammen und ermöglicht den sozialen Austausch.
Doch was ist überhaupt eine Sprache? Und warum stellt man sich die Frage, ob Schweizerdeutsch keine sein könnte? Bisher hat sich die Wissenschaft nicht dazu durchgerungen, eine einheitliche Definition zu finden, was der Unterschied von einer Sprache und einem Dialekt ist.
Ein Dialekt ist eine Art Variante zu einer übergeordneten Sprachform.
Ich hole deshalb etwas weiter aus und vereinfache das dabei stark. Es ist ein theoretisches Thema, mit dem man sich sicher nicht jeden Tag beschäftigt, aber wenn man sich mal kurz dazu Gedanken macht, merkt man: Eigentlich ist es ziemlich spannend.
Ein Dialekt ist eine Art Variante zu einer übergeordneten Sprachform. Das bedeutet: Eine grössere Gruppe Menschen spricht in einer bestimmten Region dieselbe Variante einer Sprache. Man kann dies zusammenhängende Sprachgemeinschaft nennen. So sind beispielsweise das «Basler Dyytsch» und das «Züridütsch» klar räumlich getrennt und dennoch versteht man sich gegenseitig (die Dialekt-Sympathien mal ausgeschlossen).

