Was gibt es Schöneres als eine erfrischende Sommerbrise? Das sagt sich auch das Spital Männedorf. An warmen Tagen öffnet es darum gerne auch mal die Fenster zum Gebärsaal. Künftig dürfte damit jedoch Schluss sein.
Weil ein Nachbar sich am Stöhnen und Schreien der werdenden Mütter stört, hat sich das Spital Kühlungsgeräte für den Gebärsaal beschafft, wie Martina Meyer, Leiterin der Kommunikationsabteilung des Spitals Männedorf, auf Anfrage bestätigt. Zu weiteren Details der Lärmbeschwerde will sich das Spital nicht äussern.
Die Einzelkämpfer gegen Lärm
Der Kampf gegen störenden Lärm ist schweizweit regelmässig Thema. Häufig sind es einzelne Personen, welche die Debatten anstossen. Ein Wädenswiler Ehepaar fühlte sich etwa vom nächtlichen Glockengeläut der reformierten Kirche gestört und wehrte sich – erfolglos – bis vor Bundesgericht dagegen. In Stäfa nervte sich ein Anwohner über denviertelsekundenlangen Ton des Schiffshornensbei An- und Abfahrt. Hier schlossen sich, wie in anderen Fällen, später Mitstreiter an und deckten die Schiffskapitäne mit Anzeigen ein. In Herrliberg pfiff das Bundesgericht zwei Anwohner zurück, die sich an Lärm und Licht des benachbarten Fussballplatzes störten. Omnipräsent sind zudem Beschwerden wegen sogenannter Schnarchzüge. (ckn)
Das Spital Männedorf ist mit der Lärmproblematik nicht ganz allein. Orsola Vettori, Direktorin des Spitals Zollikerberg, kennt solche – allerdings sehr seltenen – Reklamationen ebenfalls. Seit die Gebärabteilung 2018 im Zollikerberg in einen Neubau verlegt wurde, habe man kein Problem mehr, sagt Vettori.

