Zweiter Anlauf für Pfäffiker Pfarrhaus
Es war ein herber Rückschlag für die Kirchenpflege, als die Kirchgemeinden, die der Katholischen Pfarrei St. Benignus in Pfäffikon angehören, den Neubau des Pfarrhauses bachab schickten. Drei Jahre ist es her, seit die Kirchgemeindemitglieder von Pfäffikon, Fehraltorf, Hittnau und Russikon sich für ein Nein ausgesprochen haben. Zu teuer sei das Projekt, zu unnötig die geplanten Wohnungen im Gebäude, zu unpassend die Architektur, so die Hauptkritikpunkte.
Kirchenpflegepräsident Josef Annen wurde kurz darauf in sein Amt gewählt. Dass auf ihn die Aufgabe wartete, das Projekt früher oder später wieder anzugehen, war bereits bei seinem Amtsantritt klar. Jetzt ist es soweit.
Enttäuschung nach dem Nein zum Pfarrzentrum-Neubau
24.09.2017

Die Stimmbürger der Pfarrei St. Beitrag in Merkliste speichern Nach wie vor steht fest: Das 60 Jahre alte Pfarreizentrum genügt den heutigen Standards nicht mehr, die Fenster sind zum Teil noch Originale, die Heizung muss ersetzt werden. «Das Haus ist eine Energieschleuder, die man nicht mehr verantworten kann», sagt Annen. Zudem ist es nicht behindertengerecht. «Wir können die nötigen Bauarbeiten nicht mehr ewig zurückstellen.»
Das Projekt von 2017 sah vor, das alte Pfarrhaus abzureissen und einen modernen Neubau mit zwei neuen Wohnungen zu erstellen. 5 Millionen Franken hätte dieser Bau gekostet, inklusive Photovoltaikanlage und Wärmepumpe. Die Kirchgemeindeversammlung hatte den Kredit schon genehmigt, doch ein Antrag, das Geschäft nachträglich an die Urne zu bringen, kam durch. Und dort kam es dann zur Niederlage.
Verzicht auf Wohnungen
Dieses Mal soll das Projekt von Anfang an am Boden stehen. «Darum haben wir auf Wunsch von Stimmbürgern einen Workshop organisiert, in dem Interessierte mitdiskutieren können», sagt Josef Annen. Er hofft besonders, dass auch die Kritiker von damals sich beteiligen werden.
Von den Elementen, die im Ursprungsprojekt am heftigsten kritisiert wurden, hat man sich jedoch bereits verabschiedet. So seien etwa keine Wohnungen mehr geplant und auch der Entscheid Umbau oder Neubau stehe derzeit noch aus. So habe auch die Kirchenpflege keinen Favoriten. «Wir benötigen dazu genauere Kostenschätzungen.»
Tiefe Temperaturen in der Kirche
Unabhängig vom Um-/Neubau des Pfarrhauses sind weitere Bauarbeiten an den Liegenschaften der Pfarrei St. Benignus nötig. So wird für das nächste Jahr bereits der Ersatz der Fenster im Pfarreisaal unter der Kirche sowie im Wohnhaus neben dem Pfarrhaus budgetiert. Zudem soll die Kapelle renoviert werden. In diesem Vorhaben ist auch die Trennung der Heizkreise von Kapelle und Kirche eingeplant. Das Ziel ist, die Kirche im Winter unter der Woche bis auf 8 Grad Celsius auskühlen zu lassen und die Gottesdienste in der Kapelle durchzuführen. Dies, um Heizenergie zu sparen. Der Sonntagsgottesdienst würde nach wie vor in der geheizten Kirche stattfinden.
Man wolle nicht noch einmal bei Null anfangen, sagt Annen. «Wir können das vorgesehene Raumprogramm wieder aufnehmen und entwickeln.» Nach wie vor eingeplant ist eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. So schätzt die Kirchenpflege die Baukosten derzeit auf rund 4,4 Millionen Franken.
Kirchgemeinde fällt zwei Grundsatzentscheide
«Für die Arbeiten am Gebäude rechnen wir mit rund 3 Millionen Franken», sagt Josef Annen. Je 700‘000 Franken fallen für die Heizzentrale und die Umgebung an. In letzterem Punkt sind auch Massnahmen zum Hochwasserschutz eingerechnet.
Über die Erkenntnisse aus dem Workshop soll die Kirchgemeindeversammlung im November informiert werden. Wird der Zeitplan eingehalten, steht im nächsten Jahr der Entscheid über den Projektierungskredit des konkreten Bauprojektes und noch einmal ein Jahr später die Bewilligung des eigentlichen Baukredites auf dem Programm.
Bereits diesen November soll die Kirchgemeindeversammlung jedoch zwei Grundsatzentscheide fällen: Der offizielle Verzicht auf die Wohnungen sowie auf fossile Brennstoffe bei der Wärmeerzeugung. «Danach bilden wir die Baukommission», sagt Annen.
Der Workshop findet am Dienstag, 8. September, um 19.30 Uhr im Pfarreizentrum statt. Weitere Informationen unter www.benignus.ch.
