Willi Conrad, aus den Kantonen kommt Kritik an den Labors. Diese seien mitschuldig, wenn Testresultate zu spät bei den Contact-Tracern eintreffen. Wo klemmt es?
Willi Conrad: An unserem Bearbeitungsrhythmus hat sich nichts geändert. In der Regel wird das Testresultat noch am gleichen Tag oder am Folgetag abgeliefert. Aber nicht immer ist dies innert 24 Stunden möglich. Die Labors sind mit rund 10’000 Tests pro Tag zurzeit gut ausgelastet.
Sind die Labors bereits am Anschlag?
Nein, wir haben eine maximale theoretische Kapazität von 20’000 Tests pro Tag. Zudem hatten wir in der ersten Welle im April eine weitaus höhere Belastung und arbeiteten an der Kapazitätsgrenze. Damals mussten wegen der vielen Fälle in Genf, der Waadt und im Tessin die Testkapazitäten in der ganzen Schweiz genutzt werden. Seither haben die Labors ihre Kapazitäten massiv ausgebaut. Ein Testresultat kann nach Abliefern der Probe in 8 Stunden vorliegen, aber es kann halt auch einmal 36 Stunden dauern.
Zur Person
Willi Conrad ist Präsident des Schweizer Verbandes der medizinischen Laboratorien (FAMH). Er ist Mitglied der Geschäftsleitung der Firma Bioanalytica in Luzern.

