Oberhalb von Flims ist vor zwei Jahren ein historisches Flugzeug der Ju-Air in die Tiefe gestürzt, die Nase voraus, und am Boden zerschellt. Alle 20 Insassen kamen ums Leben. Nun zeigt sich: Der Absturz ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen, wie die «Sonntags Z eitung» berichtet. Dabei bezieht sie sich auf den unveröffentlichten Entwurf des Abschlussberichtes der Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust).
Gemäss diesem Bericht haben sich die Piloten nicht an die vorgeschriebene Mindesthöhe gehalten; sie sind zu tief in den Talkessel geflogen und hatten keine Chance mehr, eine Umkehrkurve zu fliegen. Damit seien sie unnötige Risiken eingegangen. Nach dem Unfall wurde gerätselt, weshalb das Flugzeug abgestürzt war. Im Cockpit sassen zwei erfahrene Piloten, 62 und 63 Jahre alt, die rund dreissig Jahre als Militär- und Linienpiloten gearbeitet und sich während vieler Flugstunden mit der Ju-52 vertraut gemacht hatten.
Die Piloten sollen aber schon vor dem Absturz auf Rundflügen tiefer geflogen sein als erlaubt, damit die Passagiere mehr sahen. Beim Captaindes Flugzeugs kam dies sogar während Checkflügen mit einem Prüfer vor. Solche Flüge sind vorgeschrieben und dienen dazu, die Fähigkeiten des Piloten zu prüfen und zu verbessern.
Bazl wird extern untersucht
So stellt sich auch die Frage, ob das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) seiner Aufsichtspflicht genügend nachgekommen ist. Jedenfalls hat das Verkehrsdepartement, dem das Bazl angehört, beim nationalen Luft-und Raumfahrtinstitut der Niederlande umgehend eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben. Dabei soll auch analysiert werden, wie das Bazl seiner Aufsichtstätigkeit grundsätzlich nachkommt.

