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Politik

«Es funktioniert hinten und vorne nichts»

Die Fallzahlen steigen, die Corona-App funktioniert nicht. Der Epidemiologe Marcel Salathé sagt, es müsse Schluss sein mit der Beamtenmentalität. Dann könnten wir auch Fussballspiele wieder zulassen.

Die Ansteckungszahlen steigen stetig, jetzt sind wir bei knapp 400, gleichzeitig wird mehr getestet. Ist das beunruhigend oder einfach ein statistischer Effekt?
Mich beunruhigt es. Man testet nur ein bisschen mehr, und wir haben frappant höhere Zahlen. Die Dynamik geht vollständig in die falsche Richtung. Wir haben ein hohes Wachstum auf einer hohen Fallzahl, und wir kriegen sie nicht in den Griff.

Wo ist denn das Virus?
Die Übertragung scheint vor allem in der jungen Bevölkerung stattzufinden. Das sieht man sehr gut in den Daten. Ab und zu trifft es jemanden in einer anderen Bevölkerungsgruppe. Zum Glück aber nur sehr selten jemanden von den ganz Alten.

Also ist doch alles wunderbar.
Nein, weil das Virus früher oder später überspringt. Das hat man in England und später in Florida gesehen. Da sagten auch alle, man stirbt ja nicht mehr. Aber dann ging es einen Monat, und die Sterblichkeit ging massiv hoch.

Was müsste man denn Ihrer Ansicht nach jetzt machen?
Man müsste gar nicht so viel mehr machen als bisher. Das ist vielleicht der Lichtblick. Aber man müsste es besser machen.

Was denn?
Das Contact-Tracing und das Testen.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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