Politik

Sackgasse für das Pfäffiker Einbahnregime

Die Ergebnisse zur Umfrage über den Pilotversuch Einbahnring im Pfäffiker Zentrum liegen vor.

Sackgasse für das Pfäffiker Einbahnregime

Rund 13’000 Fahrzeuge durchqueren täglich das Zentrum von Pfäffikon. Aufgrund der teilweise sehr engen Platzverhältnisse im Bereich Kempttal-/Hochstrasse gelangte der Vorstand des Gewerbevereins Pfäffikon mit der Idee zur Einführung eines Einbahnrings im Zentrumsbereich von Pfäffikon an den Gemeinderat. Der Gemeinderat setzte daraufhin den Pilotbetrieb mit der Verkehrsführung im Einbahnring vom 3. November bis zum 15. Dezember 2019 als Testphase um. 
 
Zeitgleich zum Pilotversuch wurde auf der Homepage der Gemeinde Pfäffikon eine Online-Umfrage aufgeschaltet. Wie sich nun zeigt, lehnen rund 73 Prozent der Teilnehmenden das Einbahnregime als dauerhafte Lösung ab. Lediglich 22 Prozent sprechen sich dafür aus. Auch eine Temporeduktion auf der Hauptstrasse im Zentrum lehnen 60 Prozent ab. 

Verkehrsfluss beobachtet

Damit über den Pilotversuch aussagekräftige Schlüsse gezogen werden können, wurden mit Sensoren die Verkehrsflüsse und -Bewegungen aufgezeichnet. Dabei hat sich gezeigt, dass  der Einbahnring für den motorisierten Individualverkehr funktioniert.

Die Staus, welche während der Hauptverkehrszeiten nach wie vor entstanden, seien nicht durch das Einbahnregime ausgelöst worden, sondern durch andere überlastete Knoten und die geschlossenen Bahnübergänge. Der Einbahnring habe jedoch zu einer Verkehrsverteilung geführt. Systembedingt sind damit Umwegfahrten verbunden. Ganz grob geschätzt entstanden pro Tag rund 1’500 km Umwegfahrten durch den Einbahnring. 

Rückhalt zu tief

Der Pilotversuch führte zu vermehrtem Ausweichverkehr auf untergeordneten Achsen. Aufgrund der regimebedingten Umwegfahrten wurde vermehrt auf untergeordnete Achsen ausgewichen. Im Monitoring untersucht wurden die Obermatt- und Hotzenweidstrasse, welche während des Versuchsbetriebes eine Verkehrszunahme verzeichneten. Die Situation für den Velo- und Fussverkehr im Pilotversuch sei nicht befriedigend gelöst worden. Die Verbesserung des Langsamverkehrs wäre an bauliche Massnahmen gebunden. 

Die Online-Umfrage sowie weitere bei der Gemeinde eingegangene Rückmeldungen hätten gzeigt, dass der Rückhalt in der Bevölkerung für eine Verkehrsführung im Einbahnring tief sei. Gemäss den Befragten sollte der Verkehr besser auf eine Achse konzentriert, als auf mehrere Achsen verteilt werden. 

Unfall- und störungsfrei

Insgesamt sei der Pilotversuch aber störungs- und unfallfrei verlaufen, bilanziert die Gemeinde. Die Auswertung der Online-Umfrage habe ergeben, dass rund drei Viertel aller Umfrageteilnehmenden einen Einbahnring als dauerhafte Lösung ablehnen. Viele der negativen Rückmeldungen seien jedoch auf die fehlenden Massnahmen für den Langsamverkehr zurückzuführen.

Weitere betreffen die negativen Auswirkungen bezüglich Lärm- und Verkehrsverlagerungen sowie die Umwegfahrten. «Bestimmt könnte mit einem ausgereiften Konzept eine verbesserte Zustimmung erreicht werden», schreibt die Gemeinde. Dazu müssten die Bedürfnisse des Langsamverkehrs und der ÖV-Nutzenden jedoch konsequent umgesetzt werden und zusätzlich mit flankierenden Massnahmen der Ausweichverkehr minimiert werden.  
 
Aufgrund der Erwägungen werde die Planung zur Umsetzung eines Einbahnrings in der Zentrumszone von Pfäffikon derzeit nicht weiterverfolgt, heisst es in der Mitteilung. Die Ergebnisse aus dem Pilotversuch werden aber bei den weiteren Planungsarbeiten mitberücksichtigt. 

Die detaillierte Bilanz sowie die vollständige Mitteilung der Gemeinde finden Sie unter:  https://www.pfaeffikon.ch/2020/08/26/ergebnisse-aus-dem-monitoring-pilotversuch-einbahnring-im-zentrum-pfaeffikon/

 

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