Dass Rot nicht einfach Rot ist, weiss ich. Doch dass Rot in derart zahlreichen Varianten auf seine Verwendung auf Nägeln und Lippen wartet, erstaunt mich dennoch. Dieses Gestell (siehe Bild) entdeckte ich bei einer Freundin, die sich um die Pflege von Nägeln verdient macht. Bekleidung und Schmuck auf der einen Seite, Verschönerungs- und Pflegeaccessoires auf der anderen: Mir – als Mann – scheint das die ideale Kombination für das Wohlbefinden der holden Weiblichkeit zu sein.
«Mir ist heut so nach vornehm blass zu Mut!» – kein Problem. «Wirke ich selbstbewusst und verführerisch?» – der Blick in den Spiegel zeigt das dunkle, sinnliche Rot – es wirkt überzeugend. So findet für sich jede Stimmung die passende Untermalung. So präsentiert, weiss die Umwelt, was sie in jedem Moment von der betreffenden Person zu erwarten hat. Und kann sich darauf einstellen – vielleicht.
Jetzt kommt mein Selbstmitleid: Wir Männer haben es nicht ganz so leicht. Wir können uns nicht einfach mit Farben schmücken, und so der Welt zeigen, wie wir uns fühlen. Denn bei uns sind die Zeiten der Kriegsbemalung, wie sie noch Winnetou kannte, vorbei. Eigentlich schade. (Guy A. Lang)

