Ein Wohnquartier ausserhalb von Zürich. Samir Jebeniani und seine Frau D. S. haben sich hierhin zurückgezogen. Ihr Sohn D. war einer der beiden Jugendlichen, die am Sonntag tot in der Wohnung von D. S. aufgefunden worden war. Zusammen mit einem 15-jährigen Mädchen. Seither läuten die Telefone in ihrem gesamten Freundeskreis Sturm.
Ein Anwalt hat dem Ehepaar empfohlen, eine Art Statement abzugeben. Die beiden 35-Jährigen haben sich entschieden, dies in einem Gespräch mit dem «Tages-Anzeiger» zu tun, das Züriost als Partner-Medium hier publiziert. Der Reporter hatte Samir Jebaniani vor einigen Jahren für ein Porträt getroffen. Seither standen sie in losem Kontakt. (Das Porträt von Züriost über Samir Jebeniani lesen Sie hier)
Die Mutter sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa, eingewickelt in eine Decke. Samir Jebeniani sagt, er funktioniere derzeit nur im Stand-by-Modus. Sie sagt: «Ich vermisse ihn wahnsinnig.» Er sagt: «Wir liebten ihn über alles.» Diese Sätze wiederholen sie während des Gesprächs immer wieder. Sie ringen um Fassung.
Danach zu fragen, wie es dem Paar gehe, erscheint sinnlos.
Wie haben Sie am Sonntag vom Tod Ihres Sohnes erfahren?
D. S.: Wir waren bei einem Videodreh in Deutschland. Es war eine Seltenheit, dass er mal ein Wochenende ohne Eltern ist. Ich habe alle paar Stunden mit ihm telefoniert, wollte wissen, was er gerade macht und wo er sich aufhält.

