Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

«Die Abwägung Ärzte gegen Parkplätze ist eine Schweinerei»

Am 27. September stimmt die Hittnauer Bevölkerung über den Baukredit in Höhe von rund 11,7 Millionen Franken für das Ärztehaus ab. An einer ersten Informationsveranstaltung wurde bereits emotional diskutiert.

Der Neubau gliedert sich zwischen Mehrfamilienhaus und Migros ein und wird ebenfalls ein Schrägdach haben.

PD

«Die Abwägung Ärzte gegen Parkplätze ist eine Schweinerei»

Ginge es nach dem Hittnauer Gemeinderat, würde der Spatenstich zum Neubau «Hittnau Care» in diesem Sommer stattfinden. Durch einen Rekurs wurde das Projekt jedoch um rund ein Jahr verschoben. An der Informationsveranstaltung zur anstehenden Urnenabstimmung über den Baukredit stellte Bauvorstand Carlo Hächler (FDP) am Montag darum schnell klar: «Gegen das, was wir heute präsentieren, kann man keinen Rekurs einreichen.» Der beleuchtende Bericht sei gedruckt. «Jetzt können Sie an der Urne nur noch Ja oder Nein sagen.»

Die Kreditsumme beläuft sich auf 11,738 Millionen Franken, von denen nur 8,876 Millionen Franken als Baukredit ausgewiesen sind. Aus rechtlichen Gründen muss jedoch über den gesamten Kredit inklusive Land, auch wenn dies die Gemeinde bereits besitzt, abgestimmt werden. 

Sicherung der Hittnauer Gesundheitsversorgung

Die Einzelheiten zum Neubau, der neben einem Gesundheitszentrum auch zehn Wohnungen beinhalten soll, waren mittlerweile auch grösstenteils bekannt. Dieser soll auf dem heutigen Kiesplatz nördlich der Migros zu stehen kommen und sowohl 10 Wohnungen als auch Gewerberäume von insgesamt 615 Quadratmeter Fläche bieten. Diese würden allesamt von den Hittnauer Ärzten gemietet, damit der Fortbestand der lokalen Gesundheitsversorgung gesichert werden kann.

Hittnauer werden über zu hohen Kredit abstimmen

04.06.2020

Ärzte- und Wohnhau

Dass die Hittnauer im September über den Baukredit für das Projekt «Hittnau Care» abstimmen werde Beitrag in Merkliste speichern Obwohl man auf der Parzelle gemäss Bau- und Zonenordnung noch höher hätte bauen dürfen, sei die maximale Baumasse an zulässigen Kubikmetern ausgenutzt worden, führte Carlo Hächler aus. Im Untergeschoss ist eine Tiefgarage vorgesehen, die Platz für 20 Autos bereithält. «Diese stehen grundsätzlich für die Personen bereit, die im Haus wohnen oder arbeiten.» Ein zweites Untergeschoss wäre zu teuer gewesen. Vor dem Haus wird es 18 Parkplätze geben, die aber zum Teil von den Ärzten für ihre Patienten gemietet werden sollen.

Angst um Parkplätze

Heute wird der Kiesplatz, auf dem das Projekt «Hittnau Care» gebaut werden soll, grösstenteils als Parkplatz benutzt. Dass dieser nun wegfallen soll, passte einigen der Anwesenden nicht – auch wenn sich die Versammelten grundsätzlich einig waren, dass der Neubau sinnvoll und nötig ist. Ein Hittnauer kritisierte generell, dass die Gemeinde zum Neubau nicht gleich ein Konzept in Sachen Parkplätze mitgeliefert hat.

Hächler verwies auf das Gewerbegebiet, wo theoretisch einige hundert Autos untergebracht werden könnten. «Doch dies bedingt eine aufwändige Absprache mit den Gewerbetreibenden.» Irgendwann platzte einem der Anwesenden der Kragen und er wetterte: «Es kann doch nicht sein, dass wir hier Ärzte und die gesundheitliche Grundversorgung Hittnaus gegen Parkplätze abwägen, das ist eine Schweinerei!»

Erst nachdem mehrere Votanten ihren Unmut geäussert hatten, rückte Hächler dann doch noch mit einer Parkplatzstudie heraus, die man während der Planung erstellt hatte. «Doch bei diesen Lösungsvorschlägen sind noch zu viele Fragen wie etwa die der Kosten offen und es ist noch nichts spruchreif.»

Grundsätzlich würden sich zwei Möglichkeiten abzeichnen: Entweder die Aufstockung des bereits vorhandenen Parkplatzes gegenüber des Kiesplatzes oder ganz neue Parkplätze hinter dem alten Sekundarschulhaus. «Doch beide Varianten betreffen den Schulbetrieb und müssen darum auch mit Vertretern der Schule besprochen werden», sagte Carlo Hächler.

Wunsch nach Schweizer Holz

Andere Inputs aus der Bevölkerung wurden bereits früh in die Planung aufgenommen: Aufgrund des Wunsches, man solle Holz als Baumaterial berücksichtigen, werden ab dem ersten Stock lediglich die Treppenhauskerne aus Stahlbeton erstellt. Der Rest ist als Holzbau aus Fertigelementen vorgesehen.

«Ist schon klar, ob es sich dabei um Schweizer Holz handeln wird?», wollte ein Votant wissen. Carlo Hächler, der diese Frage schon erwartet hatte, konnte sie noch immer nicht beantworten. «Die Abklärungen, wie sich dies auf die Kosten auswirkt, sind noch nicht abgeschlossen. Ist das denn ein Wunsch?», fragte er amüsiert. Worauf der Votant klar bestätigte: «Das ist ein Befehl!»

Eine zweite Informationsveranstaltung mit dem gleichen Inhalt findet am Montag, 31. August, um 19.30 Uhr in der Kirche Hittnau statt. 

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns