Ein schier unfassbares Folterregime soll ein Paar jahrelang gegen seine Kinder aufgezogen haben, geprägt von Gewalt und Erniedrigungen. Nächste Woche stehen deswegen Vater und Mutter, ein kosovostämmiger Schweizer und eine Schweizerin, vor dem Bezirksgericht Zürich. Die Gräueltaten, die ihnen in der 22 Seiten dicken Anklageschrift vorgeworfen werden, wiegen schwer.
Ab 2003 sollen die beiden Beschuldigten, die mittlerweile seit gut zwei Jahren in Haft sitzen, ihre Kinder vernachlässigt und systematisch misshandelt haben. 2006 begannen sie offenbar damit, ihren damals siebenjährigen Sohn und die achtjährige Tochter Nacht für Nacht einzusperren – zuerst im Kinderzimmer, später sogar im Keller.
Die Tür war verriegelt, auf die Toilette konnten die Kinder nicht gehen. Am Wochenende schlossen die Eltern sie sogar auch tagsüber ein. Nur zweimal täglich durften sie aufs WC gehen. Häufig blieb den Kindern keine andere Wahl, als ihr Geschäft auf dem Boden ihres Zimmers oder im Keller zu verrichten.
Das Terrorregime dauerte jahrelang. Und es beschränkte sich nicht nur aufs Einsperren. Gemäss der Anklageschrift verweigerten die Eltern den Kindern regelmässig Nahrung. Tochter und Sohn waren so ausgehungert, dass sie in der Schule Esswaren ihrer Kolleginnen und Kollegen stahlen und diese im Kissenbezug in ihrem Bett versteckten, damit die Eltern es nicht bemerkten. Zu anderen Schulkindern erlaubten ihnen Vater und Mutter keine Kontakte, sie durften auch nicht an Klassenlagern und Schulausflügen teilnehmen.
Schläge mit Stöcken

