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Politik

Er ebnete den Weg für die schnelle Lieferung des Impfstoffs

Lonza-Chef Albert Baehny stellt den Wirkstoff für Moderna her. Dass die Schweiz jetzt zu diesem begehrten Impfstoff kommt, ist auch sein Verdienst.

Albert Baehny ist der Chef des grössten Pharma-Auftragsherstellers der Welt. Mit Lonza leitet er eine Milliardenfirma. Aber der 68-Jährige ist bis jetzt nur durch seine normale Ansprechbarkeit und offene Art aufgefallen. Auch der Konzern selbst gab wenig Glamour her, weil er eben keine eigenen Produkte präsentieren kann. Nun aber stehen Lonza und Baehny weltweit im Rampenlicht. Im Mai hat der Waadtländer einen Vertrag mit der US-Biotechfirma Moderna an Land gezogen: In den nächsten zehn Jahren stellt Lonza den Wirkstoff für deren vielversprechende Corona-Impfung her.

In den Anlagen von Lonza in Visp und in den USA wird das heiss begehrte Vakzin so weit produziert, dass es danach nur noch mit Hilfsstoffen versetzt und abgefüllt werden muss. Baehny darf nicht entscheiden, welches Land als erstes diese erhoffte Anti-Pandemie-Spritze erhält. Er steht mit vollen Händen da, aber ist quasi gefesselt. Aller Welt muss er immer wieder erklären, dass nicht Lonza, sondern allein Moderna über die Verteilungsfrage entscheiden kann. Das nervt ihn sehr, wie er einmal offen zugab.

300 Millionen Impfstoff-Dosen n Visp

Aber Baehny ist umsichtig genug, um zu wissen, dass er mit dem Abschieben der Verantwortung nicht durchgekommen wäre. Zumindest nicht, wenn es um die Schweiz geht. 300 Millionen Impfstoff-Dosen werden allein in Lonzas Anlagen in Visp produziert und die Schweiz geht leer aus? Er wusste, dass das Ärger gegeben hätte. Deshalb hat er den Bundesrat nach Abschluss des Moderna-Deals im Mai von sich aus sogleich informiert und den Kontakt zum Moderna-Management hergestellt.

So konnte Pascal Strupler, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, getrost ankündigen, dass die Verhandlungen mit Moderna über eine Vorreservierung des Impfstoffes für die Schweiz laufen und «wenige Stunden vor dem Abschluss» stehen. Es dauerte dann zwar noch bis zum Freitag – aber Strupler konnte sich sicher sein, dass er mit der vorschnellen Nachricht den Vertrag nicht gefährdet. Weil er Lonza im Rücken wusste. Der Basler Konzern liefert dem Bund einen klaren Standortvorteil.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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